Zuletzt haben Ende Juni 2009 rund 8,8 Millionen Anleger in Deutschland direkt oder indirekt in Aktien investiert, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) diese Woche mitteilt. Damit hielten etwa 13,6 Prozent der Deutschen Aktien oder Investmentfonds. Basis dafür ist eine Infratest-Befragung von gut 26.000 Anlegern.
Mehr Fondsanleger, weniger Aktionäre
Während die Leute wieder verstärkt bei Fonds zugriffen, ging die Zahl der Direktaktionäre weiter zurück. Aber der Zuwachs bei Fondsanlegern konnte den Rückgang bei den Aktionären mehr als ausgleichen. Insgesamt liegt die Zahl der Anleger damit geringfügig über dem Niveau vom Jahresende 2008, nämlich um rund 20.000. Dennoch sei die Stabilisierung der Aktionärszahlen kein Grund zur uneingeschränkten Freude, sagt DAI-Chef Rüdiger von Rosen: „Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es noch immer viel zu wenig Aktionäre in Deutschland.“
Als Grund dafür sieht er unter anderem die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Aktienanlage. Die seit Jahresbeginn 2009 in Deutschland geltende Abgeltungsteuer diskriminiere nach Meinung des DAI die Aktienanlage gegenüber anderen Anlageformen. Denn inklusive Körperschaftsteuer würden Erträge aus der Beteiligung an Aktiengesellschaften in der Regel mit einer Steuerlast von mehr als 48 Prozent belegt, auf Zinserträge seien dagegen nur mit 25 Prozent Steuern fällig plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, rechnet das DAI vor.
„Benachteiligung schnellstmöglich beenden“
„Deshalb muss insbesondere die mit der Abgeltungsteuer verbundene Benachteiligung der Aktienanlage gegenüber anderen Anlageformen von der nächsten Bundesregierung schnellstmöglich beendet werden“, meint DAI-Chef von Rosen. Notwendig sei es, die Sparerpauschbeträge zu erhöhen, die Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen bei längerer Haltedauer wieder einzuführen und die Verrechnungsmöglichkeiten von Verlusten aus Aktiengeschäften mit sonstigen Kapitalerträgen zu verbessern. Auch Werbungskosten im Zusammenhang mit Kapitaleinkünftigen sollten wieder abzugsfähig werden.