Der Goldpreis verzeichnete Ende Juli mit 1.625 Dollar je Feinunze einen neuen Rekordstand. Wer vor fünf Jahren 10.000 Euro
in Gold investierte, der kann sich heute über ein Vermögen von knapp 23.000 Euro freuen. Mit einer Rendite von etwa 18 Prozent erzielten Anleger einen Wertzuwachs von 225 Prozent auf Eurobasis. Auf Dollarbasis betrug der Gewinn sogar 250 Prozent.
Ein
noch größerer Sprung gelang Silber: Mit einem Wertgewinn von über 300 Prozent erreicht die Rendite auf das eingesetzte Kapital rund 25 Prozent. Auch überwiegend industriell genutzte Edelmetalle wie Kupfer haussieren seit einigen Jahren. So sprang beispielsweise der Kupferpreis seit Anfang 2009 um über 300 Prozent nach oben, Palladium verteuerte sich gar um über 400 Prozent. Die Gründe für den Auftrieb von Gold, Silber und Co. sind seit geraumer Zeit die Gleichen: Die große Unsicherheit an Börsen und Finanzmärkten wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA, ausufernde Staatsschulden und die damit verbundene Gefahr hoher Inflation und mangelnde Anlagealternativen in Zeiten niedriger Zinsen.
Gold am Jahresende bei 1.800 Euro je Feinunze?
Experten sehen vorerst
kein Ende der Rally und sagen weitere Preissteigerungen voraus. „Die Nachfrage unserer Kunden ist ungebrochen hoch“ sagt Stefan Rose von der Hamburger Sparkasse (Haspa) und Daniel Briesemann, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank, sieht gegenwärtig „keine Trendwende bei Edelmetallpreisen“.
Die einzige echte Konkurrenz zu der weltweit wachsenden Goldnachfrage sieht Adrian Ash, Manager der Edelmetall-Handelsplattform Bullion Vault, in einem deutlichen Anstieg der Zinssätze. Doch aufgrund der Bemühungen der westlichen Regierungen, die Zinsen niedrig zu halten, um ihre Rekorddefizite finanzieren zu können, sei auf absehbare Zeit nicht mit steigenden Zinsen zu rechnen. „Gold bleibt daher die klare und zunehmend populäre Anlagealternative“, so Ash. Experten der Hamburger Sparkasse sehen bis Jahresende den Goldpreis bis auf 1.800 Euro je Feinunze steigen. Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg vermutet den gleichen Preis Mitte nächsten Jahres erreicht. Rückschlagsgefahren hält der Experte für gering. Solange die Euro-Staaten Geld drucken, um ihre Finanzlöcher zu stopfen, werde der
Goldpreis weiter steigen.