Die Branche geht damit auf die Forderungen von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner ein, ein Produktinformationsblatt für Geldanlagen zu erstellen.
Nach erneut verheerend schlechten Ergebnissen von Tests zu Anlageberatung deutscher Banken hatte Verbraucherministerin Ilse Aigner zuletzt den Druck auf die Branche erhöht und damit gedroht, das von ihr geforderte Produktinfomationsblatt zur Not auch gegen den Widerstand vieler Banken gesetzlich einzuführen. Es soll die wichtigsten Eigenschaften, Kosten, Chancen und Risiken eines Anlageprodukts kompakt darstellen. „Ohne Beipackzettel darf in Deutschland kein Medikament über den Ladentisch. Was für Kopfschmerztabletten gilt, muss auch bei Geldanlagen Standard sein“, sagte Aigner.
Biallo.de-Umfrage: Bislang hatte nur ING-Diba Beipackzettel angeboten
Wie eine Umfrage von biallo.de unter mehr als einem Dutzend Filial-, Direktbanken und Sparkassen ergeben hat, hatte bislang nur die Direktbank
ING-Diba den standardisierten Aignerschen „Beipackzettel“ eingeführt. Es gibt ihn bisher für derzeit 22 aktiv von der Bank vertriebene Produkte – vom Tagesgeldkonto bis zum Indexzertifikat. „Wir arbeiten derzeit aber an einer technischen Lösung, durch die in Zukunft eine Produktinformation automatisiert für fast alle über die ING-Diba erhältlichen Wertpapierprodukte erstellt wird. Wir gehen von einer Umsetzung im ersten Quartal 2010 aus“, so ein Sprecher der ING-Diba.