„Viele Verbraucher wissen häufig nicht, welches Anlageprodukt sie überhaupt erworben haben, wie es funktioniert und vor allem, welche Risiken es birgt“, so Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Deshalb lohnt es sich, ein Anlageberatungsgespräch gut vorzubereiten – mindestens so gut wie bei einem Autokauf. Biallo.de fasst die wichtigsten Fragen, die Anleger stellen sollten, zusammen.
Sind Sie überhaupt gegen existenzbedrohende Risiken abgesichert?
Haben sie eine private Haftpflichtversicherung, eine Krankenversicherung, eine Berufsunfähigkeitspolice und – vor allem für Familien sehr wichtig – eine Risikolebensversicherung? Wenn nein, dann sollten Sie erst einmal diese Risiken abdecken, bevor sie sich an eine Geldanlage wagen. Denn wenn man zum Beispiel jemanden durch eine Unaufmerksamkeit schwer verletzt, aber ohne Privathaftpflicht dasteht, muss man dem Geschädigten eine Rente aus eigener Tasche zahlen – eine enorme finanzielle Belastung. Über Geldanlage sollte man sich daher erst Gedanken machen, wenn diese Risiken abgesichert sind.
Was erhoffen Sie sich von Ihrer Geldanlage?
Ein Produkt, das gleichzeitig hoch rentabel, zu 100 Prozent sicher und jederzeit liquide ist, gibt es in der Wirklichkeit leider nicht, auch wenn manche dubiosen Berater so tun, als ob. Wer eine renditeträchtige Anlage möchte, muss in Kauf nehmen, dass er dabei auch Geld verlieren kann. Viele machen sich das aber nicht klar.
Welche Risiken sind Sie bereit zu tragen?
Wissenschaftliche Studien etwa der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich belegen, dass Anleger dann risikobereiter sind, wenn es an den Märkten eine Weile gut gegangen ist. Im Crash dagegen ist man sehr risikoscheu. Mit anderen Worten: Anleger müssen ihren Einstellung zum Risiko auf die Spur kommen und dabei auch persönliche Widersprüche aufdecken. Denn mehr Rendite kann man nur erzielen, wenn man auch bereit ist, mehr Risiko zu tragen.