
Schlechte Noten: Die Bankberatung lässt weiterhin stark zu wünschen übrig
Wer davon ausgeht, dass die Anlageberatung bei Banken als Konsequenz aus der Finanzkrise stark verbessert wurde, liegt falsch. Laut einer Untersuchung von Verbraucherschützern hat sich die Beratungsqualität sogar noch verschlechtert.
Nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und kurz darauf der Verbraucherzentrale Bundesverband festgestellt haben, dass die Qualität von Beratungsprotokollen stark zu wünschen übrig lässt, kommt Stiftung Warentest nun zu noch blamableren Ergebnissen: Die komplette Anlageberatung sei im Vergleich zum Vorjahr sogar schlechter geworden. Keine der 21 getesteten Banken und Sparkassen schnitt mit ‚gut’ oder ‚sehr gut’ ab. Sechs Geldhäuser bekamen die Note ‚mangelhaft’. So schlecht waren bei einer ähnlichen Untersuchung im Vorjahr nur zwei Institute.
Testkunden wurden in 146 Beratungsgespräche entsandt. Sie sollten eine geeignete Anlage für 35.000 Euro über zehn Jahre finden. Risiken einzugehen war für die Testkunden akzeptabel, aber am Ende sollte zumindest das eingesetzte Geld noch vorhanden sein. Zudem sollte notfalls auch vor Ablauf der Laufzeit auf das Geld zugegriffen werden können.
Keine Beratungsprotokolle ausgehändigt
Das Ergebnis: Sechsmal ‚mangelhaft’, zwölf Mal ‚ausreichen’ und dreimal ‚befriedigend’. In 126 Gesprächen hätte ein Anlageprotokoll ausgehändigt werden müssen, da die Rede von Wertpapieren war. Geschehen ist dies jedoch lediglich in 61 Fällen. Jedes Institut hat in mindestens einem Beratungstest auf das erforderliche Protokoll verzichtet. Ebenfalls entgegen gesetzlicher Verpflichtung wurden die finanziellen und persönlichen Verhältnisse, die Anlageziele und die Erfahrung der Kunden nicht ausreichend ermittelt.
Am besten schnitten noch die Sparkasse Hannover, die Hamburger Sparkasse und die Kreissparkasse Köln ab. Mangelhaft war die Anlageberatung hingegen bei der Hypovereinsbank, Postbank, BW Bank, Targo Bank, Nassauische Sparkasse und Volksbank Mittelhessen.