Auch in Österreich mehren sich deshalb die kritischen Stimmen
So verweist Klaus Liebscher, der ehemalige Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank und jetzige Vorstandsvorsitzender der FIMBAG Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes im ORF-Radio darauf, dass nicht alle erhobenen Daten vergleichbar sind und der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor Zweifeln an der Härte der Prüfungen, denn selbst Griechenlands Banken sollen den Stresstest bestanden haben, wie bereits kolportiert wird.
Der IWF fordert daher eine detaillierte Veröffentlichung der Ergebnisse, um Gerüchten entgegenzutreten, der Test sei bewusst so gestaltet worden, dass die erfassten Banken möglichst gut abschneiden. So wird etwa kritisiert, dass die Höhe der Abschreibung von Staatsschulden in den Testszenarien nicht bekannt ist. Das schont vor allem französische und deutsche Kreditinstitute, die hohe Bestände griechischer Anleihen in ihren Bilanzen haben. Zudem wurde darauf verzichtet, die Pleite eines Euro-Landes durchzuspielen.
In der österreichischen Bankbranche war man zuversichtlich, dass Erste Bank und RZB den Test bestehen werden. So rechnete Klaus Liebscher damit, dass sich Erste Bank und RZB im Mittelfeld der geprüften Kreditinstitute wiederfinden werden.
Als Problembanken unter den 91 geprüften Banken galten hingegen der im Gefolge der Lehman-Krise notverstaatlichten deutschen Hypothekenbank Hypo Real Estate (HRE) einige spanische Sparkassen. Schon vorab erklärten die Finanzminister der Europäischen Union, dass jenen Banken geholfen werde, die im Stresstest schlecht abschneiden oder gar durchfallen.
Um hier akute Krisen zu vermeiden, wurden die Ergebnisse erst am Ende des Börsentages am Freitag veröffentlicht. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie auf der
Internetseite der CEBS.