Hypo Alpe Adria verstaatlicht
Bayerns Milliarden-Problem
Von Wolfgang Thomas Walter

Über sechs Milliarden könnte das Abenteuer Hypo Alpe Adria den Steuerzahler im Freistaat kosten
Österreich verstaatlicht die angeschlagene BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria. Der Freistaat Bayern verzichtet auf 825 Millionen Euro und tritt seine Anteile für den symbolischen Preis von einem Euro ab.
Offenbar in Letzter Minute verstaatlicht Österreich die Hypo Alpe Adria und rettet somit die angeschlagene Bayern LB-Tochter – so der österreichische Finanzminister Josef Pröll am Montagmorgen nach einer Sitzung mit den Alteigentümern.
Bayerische Landesbank, das Land Kärnten und die Grazer Wechselseitige würden sich mit mehr als einer Milliarde Euro an der Rettung beteiligen. Österreich übernehme den Anteil der Bayern LB in Höhe von 67,08 Prozent zum symbolischen Preis von einem Euro. Die Bayern LB und der Freistaat Bayern verzichten zudem auf bestehende Forderungen in Höhe von 825 Millionen Euro. Nach anfänglichen Schätzungen kostet der unternehmerische Ausflug der bayerischen Landesbank nach Österreich den Steuerzahler rund 6,75 Milliarden Euro. Inzwischen wurde diese Zahl auf 3,75 Milliarden Euro präzisiert.
Der Rettungsplan im Detail
Die Republik Österreich wird die Hypo-Alpe-Adria-Gruppe zu 100 Prozent übernehmen. Die bisherigen Eigentümer bringen für die Hypo-Rettung frisches Geld auf: Die Bayerische Landesbank wird sich an der Sanierung ihrer Bank mit 850 Millionen Euro beteiligen, das Land Kärnten wird 200 Millionen einbringen und die Grazer Wechselseitige Versicherung wird 30 Millionen Euro aufbringen. Die Republik Österreich beteiligt sich mit 450 Millionen Euro. Die grössten Banken Österreichs stellen der Hypo Alpe-Adria-Gruppe zudem 500 Millionen Euro an Krediten zur Verfügung. Damit steigt die Eigenkapitalquote der Hypo Alpe-Adria wieder acht Prozent. Zusätzlich bekommt die Bank von den bisherigen Eigentümern 3,4 Milliarden Euro an Liquidität zugesichert.
Gefahr der Insolvenz
Offenbar bestand im Fall Hypo Alpe Adria die große Gefahr einer Insolvenz. Auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hatte sich in die Rettungsbemühungen eingeschaltet.
Unterdessen verteidigte Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) den milliardenschweren Sanierungsbeitrag der BayernLB. Mit dem Sanierungsbeitrag der BayernLB sei es gelungen, gemeinsam mit der Republik Österreich und den übrigen Altaktionären eine für Österreich und Südosteuropa systemrelevante Bank zu stabilisieren, so Fahrenschon laut Bayern LB.