
Aufgrund der gegewärtigen Entwicklung an den Kapitalmärkten ist der Ertrag auf einen Tiefpunkt gerutscht. Aktuell verzinst sich Typ A nur noch mit 0,25 Prozent im ersten Jahr ansteigend bis auf 2,50 Prozent im sechsten Sparjahr. Die erzielbare Rendite beträgt lediglich 0,95 Prozent. Typ B besitzt aktuell die gleiche Zinsstaffel, erreicht aber wegen der zusätzlichen Verzinsung im siebten Sparjahr eine Durchschnittsrendite von 1,17 Prozent.
Sparplan, Tagesgeld und Co.
Renditewirrwarr bei Zinsen, Boni und Gebühren
Kostenloses Konto bei Finanzagentur
Wer Schatzbriefe direkt beim Bund kaufen will, muss dafür ein Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland einrichten. Vorteil: Es fallen keine Gebühren an. Der Bund akzeptiert Anlagen bereits ab 50 Euro. Mit den Sparpapieren sind Anleger flexibel. Im Gegensatz zu den meisten Banksparbriefen erlaubt der Bund, nach Ablauf eines Jahres Schatzbriefe gebührenfrei zu kündigen. Bis zum Wert von 5.000 Euro pro Monat können Sparer Wertpapiere zurückgeben.
Die Zinserträge sind steuerpflichtig, das gilt auch für Gewinne aus Bundesschatzbriefen. Seit 2009 gilt einheitlich die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidarbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Jährliche Zinszahlungen wie beim Typ A lohnen, wenn der Sparerpauschbetrag noch nicht ausgeschöpft und somit Platz für steuerfreie Zinsen ist. Dies gilt bis zu Zinseinkünften in Höhe von 801/1602 Euro (Ledige/Verheiratete).
Vor- und Nachteile
Das monatliche Rückgaberecht erlaubt den gebührenfreien Tausch in besser verzinste Schatzbriefe, falls die Zinsen steigen. So verpassen Sparer keinen Zinsaufschwung. Sollten die Zinsen dagegen weiter fallen, behält man einfach seine besser verzinsten Schatzbriefe. Zudem ist die Rendite des jeweiligen Schatzbriefs dank der festgelegten Zinsstaffel von vornherein kalkulierbar, ebenso der erzielbare Gewinn.
Nachteil: Die Renditen von Bundesschatzbriefen sind derzeit deutlich niedriger als die von verzinsten Banksparbriefen. Grund: Banken unterliegen einem ganz anderen Konkurrenzdruck. Zudem gelten Bankhäuser als nicht so sicher wie der Bund und müssen daher höhere Zinsen bieten. Beispiele: Die Targobank bietet sechsjährige Sparbriefe bzw. Festgeld mit einer Rendite von 4,2 Prozent. Die Santander Direkt Bank bietet vier Prozent Zinsen, die Deniz Bank 3,68 Prozent und die SWK Bank 3,50 Prozent. Bei siebenjähriger Laufzeit erhalten Anleger bei der Credit Europe Bank 4,3 Prozent Zinsen und bei der IKB direkt 4,2 Prozent. Einen Vorteil können Bundesschatzbriefe gegenüber Banksparbriefen allerdings für sich verbuchen: Sparer können bei steigenden Zinsen in besser verzinste Papiere wechseln - Besitzer von Banksparbriefen ist dies zumeist verwehrt.