Antizyklisches Handeln steigert Rendite
Neben der Wiederherstellung der ursprünglichen Asset Allocation, also der genauen
Ausrichtung des Portfolios auf das individuelle Anlageziel und das Risikoprofil des Anlegers, bietet das Rebalancing einen weiteren Vorteil: Der Anleger handelt antizyklisch. Denn bei der Neuordnung des Depots werden Anlageklassen, deren Wert gestiegen ist, verkauft, und andere, deren Wert gesunken ist, gekauft. Damit verfährt der Anleger entgegen dem typischen emotionalen Handlungsmuster an der Börse: Er kauft, wenn die Kurse steigen, und verkauft, wenn sie fallen. Grünecke ist sich sicher: „Auf lange Sicht ist das antizyklische Handeln die klügere Strategie für den Werterhalt und das Renditepotential des Portfolios."
Insbesondere wenn es sich um langfristige Anlageziele wie beispielsweise die private Altersvorsorge handelt, könne mit einem regelmäßigen Rebalancing sichergestellt werden, dass eine bessere Rendite erzielt wird. Beispiel: Ein Fondssparplan mit einer Rendite von 5,0 Prozent und monatlichen Einzahlungen von 100 Euro bringt dadurch statt 87.860 Euro ein Bruttoergebnis von 94.370 Euro. „Die jährliche Depotprüfung und Neuausrichtung der Wertpapiere sollte zu einer obligatorischen Aufgabe für jeden Anleger werden“, rät daher Grünecke.
Hintergrund: Bei der Untersuchung von Sparinvest wurde die Performance eines Modellportfolios aus 50 Prozent internationalen Aktien, 35 Prozent Staatsanleihen und 15 Prozent hochverzinslichen Unternehmensanleihen über einen Zeitraum von knapp 14 Jahren (von 1997 bis 2011) analysiert. Das Ergebnis ohne Rebalancing: Eine Wertentwicklung von 95,55 Prozent – mit einer jährlichen Anpassung des Portfolios wären es 109,45 Prozent gewesen.
Tipp: Mit dem
Fonds-Renditerechner auf biallo.de können Sparer exakt nachrechnen, wie viel Mehrertrag ihr Depot erzielt, wenn die Portfoliorendite um 0,5 oder 1,0 Prozent gesteigert wird.