Auch im europäischen Ausland, wo zahlreiche Hochzinsanbieter, die auch in Deutschland aktiv sind, ihren Sitz haben, hat sich bei der Einlagensicherung einiges getan. In Österreich etwa gilt bereits seit Jahresbeginn 2010 die gesetzliche Sicherungsgrenze von 100.000 Euro, die in Deutschland erst ab 2011 kommt. Hier haben etwa die Deniz Bank oder Vakif Bank ihren Sitz. Auf 100.000 Euro beläuft sich auch die Sicherungsgrenze in den Niederlanden. Aus den Niederlanden stammen zum Beispiel die NIBC-Bank, die
Amsterdam Trade Bank, die Garanti Bank International oder die Credit Europe Bank.
Knauseriger in puncto Einlagensicherung zeigen sich derzeit Großbritannien (50.000 britische Pfund, etwa 58.000 Euro) oder Frankreich (70.000 Euro). Die französische gesetzliche Einlagensicherung greift etwa für die Direktbank Cortal Consors, derzeit einer der Top-Zins-Anbieter in Deutschland. Darüber hinaus ist Cortal Consors aber auch Mitglied im BdB-Feuerwehrfonds, so dass auch die Merkel-Garantie auf jeden Fall greifen würde.
Estland etwa, wo zum Beispiel die auch in Deutschland aktive Big-Bank beheimatet ist, garantiert derzeit 50.000 Euro. Da Estland von internationalen Ratingagenturen derzeit durchaus skeptisch beäugt wird, stellt sich aber ähnlich wie im Falle Islands die Frage, was die staatliche Einlagengarantie im Falle des Super-Gaus dann noch wert ist. Andererseits ist Estland Mitglied der Europäischen Union, was Island bisher (noch) nicht ist. Kunden sollten also auch weiterhin genau hinschauen, welche Sicherungsgrenze bei dem Institut ihrer Wahl greift. Wer Wert auf Sicherheit legt, sollte sich im Zweifelsfalle das Zinsschnäppchen aus exotischen Ländern entgehen lassen.
Es lassen sich daher derzeit bei den hierzulande Privatbanken vier verschiedene Sicherungsfälle von einander unterscheiden: