Viel zu kostspielig, argumentieren etwas die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Und: „Die Pläne der EU würden eine deutliche Verschlechterung für Kunden unserer Gruppe bedeuten. Das können wir im Interesse unserer Kunden nicht akzeptieren“, sagt etwa Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Er wies darauf hin, dass Sparkassen aus eigenem Vermögen die Fähigkeit eines jeden angeschlossenen Instituts, seine Verbindlichkeiten zu erfüllen, absichern – ohne staatliche Hilfe. „Seit vielen Jahrzehnten hat kein einziger Sparkassenkunde auch nur einen Euro seiner Einlagen verloren“, so Haasis.
Die Genossenschaftsbanken argumentieren auf ganz ähnliche Weise und verweisen darauf, dass seit den 1930er Jahren nie Einleger entschädigt werden musssten und Insolvenzen stets durch frühzeitige Schritte abgewendet werden konnten. Die Sparkassen rechnen mit Mehrkosten von womöglich bis zu 15 Milliarden Euro bis Ende des Jahrzehnts, die Genossenschaftsbanken befürchten, dass es bis zu sechs Milliarden sein müssen.
Mangelnde Transparenz beim bestehenden System
Allerdings schweigen sich die bestehenden deutschen Sicherungssysteme über interessante finanzielle Details aus – etwa darüber, wie viel Geld sie derzeit im Topf haben. Die mangelnde Transparenz stützt nicht gerade das Vertrauen in die bestehenden Systeme. Ohnehin stieß der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken im Fall der Lehman-Pleite an seine Grenzen, der Bund sprang mit einer staatsgarantierten Anleihe ein.