Längst den Glanz verloren hatte auch der Markenname der Dresdner Bank, die von der Allianz AG Anfang 2009 an die Commerzbank weitergereicht wurde. Im Laufe des zweiten Quartals 2010 soll der Markename der Dresdner nach mehr als 135 Jahren auch verschwinden. Das Logo der neuen Commerzbank nimmt aber eine Anleihe beim alten Dresdner-Logo: Das viel beschworene „grüne Band der Sympathie“ lebt in der Farbe gelb weiter. Für die Kunden beider Häuser gibt es bereits ein kostenloses Girokonto. Ansonsten wirbt die neue Bank damit, künftig „noch leistungsfähiger“ zu sein sowie mit dem dann dichtesten Filialnetz aller deutscher Privatbanken. Die Bank legt Wert darauf zu betonen, dass die Inhalte bestehender Verträge von der Verschmelzung unberührt bleiben, sich aber auch bei der Abwicklung von Bankgeschäften nichts ändert: Kontonummer, Bankleitzahl, EC-/Giro- und Kreditkarten bleiben den Kunden erhalten.
Oldenburgische Landesbank wandelt sich in Allianz Bank
So ganz beendet ist der Ausflug des Versicherungsriesen Allianz ins Bankgeschäft mit der Abgabe der Dresdner Bank aber nicht. Denn unter dem Dach der früher zur Dresdner Bank gehörenden Oldenburgischen Landesbank baut sie die neue Allianz Bank auf. Sie soll künftig auch die Kunden betreuen, die die Allianz-Vertreter einst für die Dresdner Bank einwarb, allerdings sind offenbar sehr viele von denen nicht wechselwillig – oder ohnehin „Karteileichen“. Denn häufig handelt es sich dem Vernehmen nach um Kleinstkunden, die dem Versicherungsvertreter zuliebe auch noch ein Konto bei der Dresdner Bank eröffnet hatten oder gar ein Sparbuch geschenkt bekamen. Mit einem kostenlosen Girokonto ab einem Gehaltseingang von 650 Euro pro Monat werden sich vermutlich nicht viele neue Kunden hinter dem Ofen hervorlocken und für die Allianz Bank begeistern lassen.
Ungute Gefühle werden wach, wenn man nach Island schaut. Die Pleite-Bank Kaupthing hat sich im November in Arion Bank umbenannt. Rund 30.000 deutsche Tagesgeldkunden hatten ihr Geld der Bank anvertraut – und waren infolge der Pleite monatelang nicht an ihr Geld gekommen. Laut Presseinfo der Bank ist Arion ein Wunderpferd aus der griechischen Mythologie und steht für Widerstandsfähigkeit und Unverwüstlichkeit. Offenbar war hier der Wunsch Vater des Gedankens. In Deutschland weckt der Name Arion aber vermutlich andere Assoziationen.
Dass es für die bisherigen Kunden einer Bank selten vorteilhaft ist, wenn sie übernommen wird, bekamen auch die Girokonten-Kunden der früheren GE Money Bank zu spüren, die an die
Santander Consumer Bank verkauft wurde. Auf einmal mussten sie eine Monatsgebühr von immerhin 4,95 Euro für ihr Girokonto zahlen, vorher war das Konto bei einem Gehaltseingang von 750 Euro umsonst. Eine klare Verschlechterung also.