Aus Citibank wird bald die Targobank, aus der Victoria Versicherung und der Hamburg-Mannheimer in der zweiten Jahreshälfte 2010 die Ergo-Versicherung: Namensänderungen in der Finanzbranche sind derzeit fast schon an der Tagesordnung. Biallo.de stellt die wichtigsten Änderungen und ihre Hintergründe vor – und schaut, was das für Kunden bedeutet.
Bald ist es amtlich: Rund vier Jahre nach der Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit ändert die Bayerische Hypo- und Vereinsbank, kurz Hypovereinsbank, am 15. Dezember im Handelsregister ihren Namen in Unicredit um. Zum 1. Januar 2010 wird der neue rechtliche Name dann wirksam. Der Kunde wird davon allerdings vorerst kaum etwas mitbekommen: Den Markennamen und somit die Logos an den Filialen betrifft die Änderung vorerst nicht. Aber es ist erklärtes Ziel von Bankchef Theodor Weimer, auch den Markenamen umzustellen. Wann und wie das geschieht, ist allerdings gerade Thema einer Expertengruppe der Bank.
Mit der Umstellung will die Bank demonstrieren, dass sie Teil einer europaweit aufgestellten namhaften Bankengruppe ist. Sie möchte also vom Markennamen der Mutter profitieren. Willkommener Nebenaspekt: Verwechslungen mit angeschlagenen Instituten wie der Hypo Real Estate (HRE) oder aktuell der maroden Bayerische-Landesbank-Tochter Hypo Group Alpe Adria wird es dann nicht mehr geben. Und für so manchen Beobachter, der 1998 die Querelen nach der Fusion von Bayerischer Vereinsbank und Bayerischer Hypotheken- und Wechsel-Bank mitbekommen hat, ist die Aufgabe des Markennamens Hypovereinsbank ohnehin kein Verlust. Apropos HRE: Auch Deutschlands führende Krisenbank hat ihren Namen geändert. Gegenüber den Kunden tritt sie seit einigen Montan als Deutsche Pfandbriefbank AG auf, nur die Holding hört noch auf HRE.
Neue Versprechungen sind oft nichts als Phrasen
Namensänderungen bei gut eingeführten Marken gelten normalerweise als äußerst problematisch, da bei Kunden und Interessenten die neue Marke erst wieder bekannt gemacht werden muss. „Aus Raider wird Twix – sonst ändert sich nix“ – 1991 sorgte die Umbenennung vom damals beliebtesten Schokoriegel Deutschlands für Aufregung. Schon damals bemühten sich die Verantwortlichen zu beschwichtigen, dass für Kunden abgesehen vom Namen alles beim alten bleibe. Bei Namensänderungen von Finanzdienstleister ist dagegen meist zu lesen: Das Haus wird noch leistungsfähiger, wettbewerbstärker, attraktiver. Doch die Versprechungen entpuppen sich häufiger als bloße Phrase.