Biallo.de: Der Euro-Rettungsschirm soll nun doch durch einen „Hebel“ erweitert werden. Wie beurteilen Sie die Risiken dieses Vorhabens und mit welchen Kosten für den Haushalt ist im schlimmsten Fall zu rechnen?
Priska Hinz: Mit der Vergrößerung des Rettungsschirms durch einen Hebel verändert sich das Risikoprofil des Euro-Rettungsschirms: Im Falle eines Kreditausfalls steigt das Verlustrisiko. Die deutsche Gewährleistungssumme bleibt aber auch bei einer
Hebelung gleich, nämlich bei 211 Milliarden Euro.
Biallo.de: Die Grünen – und auch Sie persönlich - werden voraussichtlich dem „Hebel“ im Bundestag die Zustimmung geben. Aus welchem Grund?
Hinz: Die Gewährleistungssumme des Rettungsschirmes ist zu klein, um Italien oder Spanien, sollten diese weiter unter Druck geraten, zu stützen und Spekulation gegen diese abzuwehren. Deshalb halte ich eine Stärkung der Handlungsfähigkeit des Rettungsschirmes durch einen Hebel für richtig. Er ist ein starkes Signal an die Märkte, dass die Politik bereit ist, den Euro zu verteidigen.