Biallo.de: Die Euro-Rettung wird immer komplizierter. Ist die anstehende „Hebel“-Lösung dem Wahlvolk inhaltlich vermittelbar?
Wolfgang Bosbach: Das ist zwar nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. In den berühmten 1:30 Minuten Statements via TV geht das natürlich nicht, aber in Gesprächen oder längeren Interviews kann man die Grundzüge der Pläne ganz gut erläutern.
Biallo.de: Wie hoch schätzen Sie die finanziellen Risiken einer „Hebel“-Lösung für die Bundesrepublik ein?
Bosbach: Die
Hebel-Lösungen erhöhen zwar hier das Haftungsrisiko von insgesamt 211 Milliarden Euro, der Garantie-Rahmen bleibt unverändert, aber das Risiko der tatsächlichen Inanspruchnahme steigt. Das ist das Problem.
Biallo.de: Sie werden im Bundestag gegen die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms stimmen, so wie Sie am 29. September auch gegen den Rettungsschirm gestimmt haben. Was ist der Grund dafür?
Bosbach: Mit immer neuen, immer größeren Rettungsschirmen lösen wir die Staatsschuldenkrise nicht. Wir gehen große Risiken ein und kaufen uns vielleicht etwas Zeit, aber die Probleme werden bleiben.