Staatsanleihen: sicherer Hafen
Die Bonität entscheidet über den Zins: Griechische Staatspapiere sind von der Ratingagentur Standard & Poor’s inzwischen als sogenannte Ramschpapiere ohne Investmentgrade eingestuft worden. Im Klartext: nur etwas für Zocker, die für zweistellige Renditen auch den Totalverlust in Kauf nehmen. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf bonitätsstarke Anleihen. Zu den Staaten mit höchster Kreditwürdigkeit gehört Deutschland, Bundesanleihen sind praktisch absolut sicher. Dafür werfen die Papiere nur eine geringe Rendite ab. Es empfiehlt sich, angesichts der aktuell kaum überschaubaren Gemengelage auf Staatspapiere mit maximal zwei Jahren Laufzeit zu setzen. Denn langfristig werden die Renditen am Kapitalmarkt wieder steigen, weil die wachsende Staatsverschuldung in der Euro-Zone die Inflation antreiben dürfte.
Aktien: Chancen nutzen
Auch wenn aktuell die Kurse fallen und Pessimisten den zyklischen Gipfel am Aktienmarkt überschritten sehen: Aktien sind Sachwerte und bieten Inflationsschutz. Eine Strategie könnte daher sein, auf Unternehmen mit hohen Vermögensgegenständen (Maschinenpark, Immobilien, Werkhallen) zu setzen. Zu diesen sogenannten Asset-Rich-Companies gehören in Deutschland etwa Thyssen-Krupp, Daimler oder MAN.
Natürlich hängt bei Aktien vieles vom Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt ab: Doch wer langfristig in die Dividendenpapiere investiert, hat die besten Chancen auf hohe Renditen. Die Zehn-Jahres-Rückschau auf den Deutschen Aktienindex zeigt: Von den 30 Dax-Titeln waren 20 Gewinner und nur zehn Verlierer. Und über eine Haltedauer von 15 Jahren hat sich ein Investment in den Gesamtmarkt (z.B. mit Indexfonds) zu jedem Einstiegszeitpunkt gerechnet.
Für die direkte Aktienanlage empfiehlt etwa Rolf Drees, Leiter des Researchs der WGZ-Bank, fünf bis zehn Titel aus dem Deutschen Aktienindex. Dabei sollten Anleger international agierende Unternehmen wie Bayer oder Siemens bevorzugen. Finger weg heißt es dagegen bei Bankaktien. Wichtig: Das Geld für Aktieninvestments sollte mindestens für zehn Jahre oder noch besser für länger zur Verfügung stehen.
Währungsanleihen: Rückkehr des Dollars
Der hohe Euro-Kurs der vergangenen Monate resultierte nicht nur aus der Stärke der Gemeinschaftswährung, sondern war auch das Ergebnis eines schwachen Dollars. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die amerikanische Wirtschaft tief in die Rezession getrieben und die Staatsverschuldung beschleunigt. Nun spricht vieles dafür, dass die Schuldenkrise in Europa und die wachsenden Staatsdefizite der Euro-Länder die Gemeinschaftswährung noch stärker unter Druck setzen wird. Anleger können auf einen steigenden US-Dollar wetten. Geht die Rechnung auf, peppen die möglichen Währungsgewinne die Renditen zum Beispiel von amerikanischen Staatsanleihen auf.