Auf den ersten Blick verzinst sich Anleihe der Privatbank Morgan Stanley insbesondere bei hohen Inflationsraten deutlich besser als die Anleihe des Bundes. Doch der Eindruck täuscht. Bezieht man den ebenfalls verzinsten Nennbetrag der Bundesanleihe in den Vergleich ein, hat der Bund die Nase vorn.
Beispiel 10.000 Euro Anlagebetrag: Die Inflationsanleihe II von Morgan Stanley erzielt bei drei Jahren Laufzeit und zwei Prozent Inflation einen Zinsgewinn von 1.075 Euro. Bei vier Prozent Inflationsrate steigt der Gewinn auf 1.475 Euro. Die Bundesanleihe erwirtschaftet bei dreijähriger Laufzeit und durchschnittlich zwei Prozent Inflation einen Zinszuwachs von 1.110 Euro und bei vier Prozent Inflation einen Gewinn von 1.797 Euro.
Was passiert bei negativer Inflation?
Hier müssen Anleger sehr genau aufpassen: Zahlen die Emittenten keinen Grundzins auf den Zinskupon, fällt bei einer negativen Inflationsrate bzw. bei Null-Inflation die Verzinsung ins Wasser. Denn nur ein Grundzins garantiert eine Mindestverzinsung. Noch schlimmer könnte es den verzinsten Nennbetrag bei Bundesanleihen erwischen: Haben wir statt Inflation Deflation entwertet sich der angelegte Nennbetrag. Fällt die Geldentwertung auf Minus ein Prozent pro Jahr, würde der Anleger bei 10.000 Euro Investitionssumme pro Jahr 100 Euro verlieren.