Nach einem gescheiterten und dokumentierten Überweisungsversuch sollten Kunden den von der Noa Bank zurückgewiesenen Betrag bei einer anderen Bank anlegen. Die Differenz zwischen dem dort erzielbaren niedrigeren Zins und den aktuell 2,2 Prozent Zinsen bei der Noa Bank stelle den Schaden dar, auf dessen Ersatz der Kunde einen Anspruch habe. "Anders wäre das nur, wenn die Noa Bank den Zinssatz für alle Kunden senkt oder die Geschäftverbindung kündigen würde, das will sie aber anscheinend nicht", so Tiffe gegenüber biallo.de. Sie müsse sich daher an den geschlossenen Vertrag auch halten.
Verwendung der Einlagen in der Kritik
Die Noa Bank war bereits Anfang April in die Kritik geraten, als sich herausstellte, dass die Einlagen nur zu einem geringen Teil entsprechend der ethischen Zielsetzung angelegt wurden. Der überwiegende Anteil der Gelder war nach damaliger Auskunft der Noa-Geschäftsführung in Anleihen oder auf Konten anderer Banken geflossen.
Ende April entschloss sich die Bank dann, keine neuen Tagesgeldkonten mehr zu eröffnen, da sie die Diskrepanz zwischen Einlagen und vergebenen Krediten nicht zu groß werden lassen wollte. Dennoch seien die Anlagen von 230 Millionen auf 290 Millionen Euro weiter angestiegen, rechtfertigt Jozic die Entscheidung, den Tagesgeldzufluss jetzt komplett zu stoppen. Biallo.de listet die Bank daher nicht mehr in den Vergleichen.
Eine Sprecherin der Noa Bank hat zudem erklärt, der
Einlagenstopp sei erfolgt "in Übereinstimmung mit dem Versprechen an die Kunden, nicht mehr Einlagen anzunehmen als für die Kreditvergabe notwendig". Bislang habe es keine Kundenanfragen bezüglich Daueraufträgen und dadurch entstandener Kosten seitens der Kunden gegeben.
Bafin registriert Zuwachs an Beschwerden
Unterdessen habe die Beschwerdestelle der Finanzaufsicht Bafin seit Anfang der Woche "einen deutlichen Zuwachs" an Beschwerden über die Noa Bank registriert, so ein Bafin-Sprecher gegenüber biallo.de. Auf der Internetseite der Bonner Behörde finden Verbraucher ein
Beschwerdeformular.
Die Bafin weist aber darauf hin, dass sie keine Schiedsstelle sei, sie könne keine einzelnen Streitfälle entscheiden. Die Beschwerden würden aber aufgegriffen, um bei der Bank nachzufragen. Allerdings hätten die Unternehmen vier Wochen Zeit für eine Stellungnahme. Ungeachtet dessen, so der Sprecher, würden Banken in der Gründungsphase - wie die Noa Bank - von der Bafin "generell enger begleitet" als eingeführte Bankhäuser.