Ein Newcomer ist dagegen die
Rabodirect, die erst seit Juni 2012 in Deutschland am Start ist – und seither bereits rund 50.000 Kunden gewonnen hat. Im Durchschnitt haben sie mehr als 30.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto liegen. Neben dem eigentlichen Tagesgeld gibt es auch zwei Sondervarianten mit Kündigungsfristen von 30 und 90 Tagen. Nicht nur auf Sicherheit, auch auf wettbewerbsfähige Zinsen legt man Wert bei der Tochter der niederländischen Rabobank.
Rabodirect liegt aktuell mit einem Zins von 2,20 Prozent bei monatlicher Zinsgutschrift auf Rang zwei im Tagesgeld-Ranking von biallo.de. Selbst erklärtes Ziel ist es, mit dem Zins immer unter den Top Fünf der Tagesgeldanbieter in Deutschland zu sein. Ihren Kunden stellt sie langfristig faire Konditionen ohne versteckte Klauseln oder Lockangebote in Aussicht und will sich als Spezialist zum Thema „Clever Sparen“ positionieren.
Zum Marktstart in Deutschland im Juni 2012 gab es auf Tagesgeld noch 2,4 Prozent – genug, um ein derart hohes Verbraucherinteresse zu erzeugen, dass die Kunden zeitweilig länger als beabsichtigt auf ihr Willkommenspaket warten mussten. Inzwischen ist der Kundenansturm nach Angaben der Bank aber bewältigt worden.
Moneyou: Seit Juli 2011 wurden mehr als 100.000 Kunden gewonnen
Den Reigen der Niederländer komplett macht Moneyou, die Tochter der ABN Amro Bank. In den Niederlanden wurde Moneyou bereits 2001 gegründet. Der deutsche Ableger rangiert auf Platz vier des aktuellen
Biallo-Tagesgeld-Rankings, nur durch die deutsche AKF Bank aus Wuppertal mit 2,15 Prozent Zins bei einer Mindestanlagesumme von 2.500 Euro knapp vom Treppchen verdrängt. Moneyou bietet 2,1 Prozent bei quartalsweiser Zinsgutschrift.
In Deutschland vertreten sind die Niederländer seit Juli 2011. Inzwischen hat das Institut hierzulande bereits mehr als 100.000 Kunden. Wie Rabodirect hat sich die Bank „dauerhaft attraktive Zinsen“ zum Ziel gesetzt, sagt Liesbeth Rigter, Geschäftsleiterin von Moneyou Deutschland. Man sei daher „zu jeder Zeit bemüht, nur wirklich notwendige Zinssenkungen an unsere Kunden weiterzugeben“. Die Kostenvorteile, die durch das reine Online-Angebot entstehen, könne man direkt an die Kunden weitergeben.
Die Gründe für überdurchschnittliche Tagesgeld-Zinsen
Aber warum bieten Banken überhaupt Tagesgeldzinsen an, die klar über dem EZB-Satz liegen? Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein: In Zeiten von Basel III sehen einige Anbieter in Einlagen von Privatkunden eine hoch willkommene Refinanzierungsquelle. Banken, die darauf nicht angewiesen sind, offerieren erheblich seltener einen hohen Tagesgeldzins. Ein weiterer Grund: Manche Bank lässt sich den Markteintritt in Deutschland oder ein stärkeres Wachstum einiges kosten, indem Kunden mit attraktiveren Zinsen als der Marktdurchschnitt gelockt werden. Kunden sollten das wissen.