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Tagesgeldanbieter unter Druck

Noa Bank senkt Zins

13.07.2010 12:59
Von Marcus Preu
Geldanlage Tagesgeld Noa Bank Finanzportal Biallo.de
Angespannte Stimmung bei der Noa Bank
Die von biallo.de wegen des Annahmestopps von Tages- und Festgeldern nicht gelistete Noa Bank hat nun doch dem öffentliche Druck nicht standgehalten und den Tagesgeldzins von 2,2 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt.
Mit der drastischen Zinssenkung reagiert die Bank mit dem philantropischen Anstrich auf zahlreiche Beschwerden, wie Bank-Chef Francois Jozic im Blog der Bank gegenüber den Kunden einräumt. Biallo.de hatte berichtet, dass die Noa Bank im Widerspruch zu ihren eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) unangekündigt frisches Geld auch von Bestandskunden verweigert hat und deshalb damit rechnen musste, mit Schadensersatzforderungen seiner Kunden konfrontiert zu werden.
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 Euro, Laufzeit: 3 Monate
  Tagesgeld-Anbieter Zinssatz Zins-
ertrag
Einlagen-
sicherung
 
1
Barclays
2,75%   69 € 100% 
  Deniz-Bank
2,75% 69 € 100% 
  MoneYou
2,75% 69 € 100% 
2
Amsterdam-Trade-Bank
2,70% 68 € 100% 
  Bank of Scotland
2,70% 68 € 100% 
Daten von: 10.02.2012
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
 britische Einlagensicherung, Rest über BdB
 europäische Einlagensicherung
 Online-Konditionen
Nun versucht das wegen seiner Factoring-Aktivitäten, also dem Aufkauf von Forderungen, zusätzlich kritisierte Bankhaus mit dem Zinsschnitt den Einlagenbestand zu reduzieren, der nach Angaben von Jozic täglich weiterhin um vier Millionen Euro angewachsen sei. Ziel sei es jetzt, so Jozic, den Einlagenbestand auf 200 Millionen Euro zu reduzieren. Beträge ab 50.000 Euro werden ab sofort nur noch mit 0,5 Prozent verzinst. Über diese Grenze hinaus gehende Einlagen empfehlen sich ohnehin nicht, da für die Noa Bank nur die gesetzliche deutsche Einlagensicherung von derzeit 50.000 Euro gilt.
Zinssenkung ohne Vorwarnung

Dennoch dauert der Unmut über die Noa Bank an. Ein Kunde schreibt im Noa-Bank-Blog über die jetzt vollzogene Zinssenkung, dass ihn das Fehlen einer „Vorwarnzeit“ am meisten gestört habe. Ein Hinweisschreiben der Bank sei erst am 09. Juli, mit Wirksamwerden der Zinssenkung eingegangen, so dass er nicht rechtzeitig habe neu disponieren können, um einen Zinsverlust zu vermeiden. Tagesgeldkonditionen können zwar jederzeit geändert werden, die meisten Banken kündigen dies jedoch vorher an, wie die regelmäßigen Meldungen im Biallo-Ticker belegen.

Spötter meinen, die Selbstbezeichnung der Noa Bank („die andere Bank“) sei durchaus zutreffend: Denn „normale“ Banken kündigten Zinssenkungen Wochen vorher an und verstießen auch nicht gegen die eigenen AGB, etwa durch Verweigerung von Einzahlungen im bestehenden Kontoverhältnis.
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Leserkommentare

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28.07.2010 02:20 Uhr
noa-Kunde: noa, die Arche schwankt bedenklich
Jozic, Gründer der noa-Bank, wurde ganz bestimmt nicht von seinen Geschäftsführern überrascht wie die gutgläubige Frau Schickedanz. Wer so stümperhaft und schwach kapitalisiert mit Spitzenzinsen, 2,2%, Geld einsammelt und keinen Plan hat, wie man diese Zinsen zzgl. der eigene Kosten der Bank refinanzieren will, der muß untergehen, das ist Finanzmathematik. Jozic scheint beratungsresistent, und glaubt stattdessen besser an dunkle Mächte, die ihm angeblich Böses wollen. Die BaFin ist aber keine dunkle Macht, sondern Aufsichtsorgan, und hat sicherzustellen, daß eine Bank jederzeit ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihren Kunden erfüllen kann. Wenn noa das, selbstverschuldet, in absehbarer Zeit nicht mehr zu können droht, dann muss die BaFin einschreiten, und notfalls diese Bank schließen, alleine schon um die KUNDENGELDER ZU RETTEN!
21.07.2010 01:23 Uhr
MaximilianK.: Ergänzung
Zunächst war gestern (20.06.) auf der noa-Blog-Seite nur der Petitionsaufruf selbst zu finden (siehe meinen Kommentar von 18:26). Der Link "Details zur Petition" führte weiter zum Blog, wo kein Bezug dazu zu finden war, sondern nur die alten Blog-Einträge (wieder mal ein handwerklicher Fauxpas). Nun gibt's dort die ganze Hintergrundstory "Goliath versucht David zu töten - Teil 2". Mit unerwarteten Perspektiven. Wie sagt Herr Jozic zum Schluß : "Ich bin ein Idealist ...". Bevor mich jetzt aber die Tragik des Scheiterns überwältigt, sollte man festhalten : Auch ein idealistischer Gründer einer Bank hat doch eine (sehr gut bezahlte) Geschäftsführung, die ihn rechtzeitig auf das handwerklich (finanztechnisch) Notwendige/Gebotene/Absehbare hinweisen sollte. Seien wir mal ehrlich - alles, was die Bafin jetzt verlangt, war doch für einen aufmerksamen leitenden Banker bei noa seit Monaten absehbar. Auch eine idealistische Bank muß halt zurecht (im Sinne der Kundschaft) gewisse Formalien einhalten. Vielleicht ist Herr Jozic aber wirklich ein ähnlich tragischer Fall wie Frau Schickedanz von Quelle, die am Schluß von ihren hochdotierten Arcandor-Managern "überrascht" wurde.
20.07.2010 18:26 Uhr
MaximilianK.: Neues aus Jozics Welt
Wer vielleicht erwartet hat, daß der "transparente" Herr Jozic doch noch eines Tages zu seinen AGB-Mißachtungen und der mangelhaften Kundenbehandlung Stellung nimmt und sich gar dafür entschuldigt, der schätzt den Mann offenbar völlig falsch ein : Neu auf der noa-Blog-Seite ist seit heute der Aufruf zur Beteiligung an einer Petition "an Frau Dr. Merkel". Im zugehörigen YouTube-Video erklärt eine weinerliche Stimme (Jozic ?), das "Establishment" und die anderen bösen Banken wollten nun akut die noa bank vernichten und hätten sich zu diesem Zweck an die "Finanz-Autorität" (Bafin ?) gewandt. 300 Mio. € übergaben die begeisterten Kunden der noa bisher, sehr zum Ärger der dunklen Mächte, die - um dem Spuk nun ein schnelles Ende zu setzen - mit Verleumdung und anderen Mitteln zum noa-Kreuzzug aufgebrochen seien ... Zu dieser Verdrehung der Tatsachen möge sich jeder seine eigene Meinung bilden. Irgendwie scheint Herr Jozic eine besondere Wahrnehmung der Realität zu haben. Interessant ist auch zu sehen, wer als erste diese "Petition" unterschrieben haben : Da finden sich nicht etwa nur die treuen Kunden, sondern lauter Namen der noa-Mitarbeiter und der von Quorum. Klar, geht's der noa schlecht, ist das auch für die Mitarbeiter bald nicht mehr lustig. Da sollten sie aber besser mal dem Chef eine Petition schicken und ihn zur Ordnung rufen und nicht Frau Merkel behelligen.
Foto: Colourbox.com ID:4102
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Festgeld Konditionen
1 Deniz-Bank
3,15 %
2 Isbank
3,10 %
3 Autobank
3,07 %
4 Vakifbank Intern.
3,01 %
5 Amsterdam Trade Bank
3,00 %
Laufzeit:12 Monate; Betrag 10.000 Euro
Tagesgeld Konditionen
1 Barclays
2,75 %
2 Deniz-Bank
2,75 %
3 MoneYou
2,75 %
4 Amsterdam Trade Bank
2,70 %
5 Bank of Scotland
2,70 %
Laufzeit:3 Monate; Betrag 10.000 Euro
Kolumne von Horst Biallo

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