Nach Schätzungen der Investmentgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) stieg das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland im Jahr 2009 auf 4,64 Billionen Euro. Der Wertzuwachs beträgt etwa 4,4 Prozent gegenüber 2008. Damals war das Gesamtvermögen der Bundesbürger wegen der Finanzmarktkrise auf 4,45 Billionen Euro abgesunken. Der Vermögensanstieg hat nach Angaben der Allianz-Manager vor allem zwei Gründe: „Die weiterhin hohe Sparquote von 11,2 Prozent sowie die fulminante Umkehr an den Börsen.“ Die starken Aktiengewinne machten einen Gutteil der Bewertungsverluste des Vorjahres wett. Die Investmentexperten von AGI führen den Vermögenszuwachs von 200 Milliarden Euro „zu 40 Prozent auf Wertpapiergewinne zurück und zu 60 Prozent auf neue Anlagemittel“.
Das meiste Geld lagert bei Banken
In der Zusammensetzung des Geldvermögens dominieren mit 38 Prozent die Geldanlagen bei Banken und Sparkassen. Rund 1,78 Billionen Euro lagern dort auf Girokonten, in Festgeldern und anderen Spareinlagen. Aktien, Investmentfonds, Rentenpapiere und nicht börsennotierte Beteiligungen konnten 2009 ihren Anteil am Vermögenskuchen auf insgesamt 28 Prozent steigern. In etwa stabil blieb der Anteil der Versicherungswerte mit ebenfalls gut 28 Prozent sowie die Pensionsrückstellungen mit einem Anteil von rund sechs Prozent.
Börsen gewinnen wieder Anleger
Das vergangene Jahr war ein gutes Börsenjahr. Seit dem Tiefpunkt im März legte allein der Dax über 60 Prozent zu. Verglichen mit dem Jahresende 2008 verzeichnete er ein Plus von 24 Prozent. Die gute Aktien-Performance hinterließ Eindruck bei Privatanlegern. Viele entschlossen sich an die Finanzmärkte zurückzukehren und in Aktien oder Aktienfonds zu investieren. Nach Angaben des Fondsbranchenverbandes BVI stiegt binnen Jahresfrist das verwaltete Fondsvermögen aller Investmentgesellschaften um elf Prozent auf aktuell 1.36 Billionen Euro. Allein im November 2009 flossen 3,3 Milliarden Euro frisches Geld in Publikumsfonds. Knapp 30 Prozent aller Fondsgelder sind derzeit in Aktienfonds investiert.