Nach wie vor lassen viele Arbeitnehmer Vermögenswirksame Leistungen einfach links liegen. Sie verzichten dabei auf monatlich bis zu 40 Euro, die sich gewinnbringend für den Vermögensaufbau nutzen ließen – neuerdings auch mit kostengünstigen Indexfonds (ETF).
Reich werden sie zwar nicht mit Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Doch noch immer lassen sich viele Arbeitnehmer VL einfach entgehen, obwohl sie laut Tarif- oder Arbeitsvertrag zusätzlich zu ihrem Arbeitslohn Anspruch auf VL ihres Arbeitgebers haben. Gerade Berufseinsteiger und Geringverdiener verzichten damit aber auch auf eine staatliche Förderung – über die Jahre lassen sie sich damit eine Menge Geld entgehen.
Bei der
Direktbank Comdirect gibt es seit kurzem mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) eine spannende und kostengünstige Anlagealternative für VL. Die Ordergebühren der derzeit 14 angebotenen VL-ETF betragen im ersten Jahr maximal 0,25 Prozent der Anlagesumme ohne Mindestgebühr. Das VL-Depot wird bei Comdirect-Tochter Ebase geführt und kostet zwölf Euro im Jahr. VL-Depots sind auch bei Fondsgesellschaften üblicherweise kostenpflichtig, dafür zahlt man bei ihnen beim Kauf in aller Regel den vollen Ausgabeaufschlag – bei Aktienfonds sind das nicht selten fünf Prozent. Indexfonds sind im Erwerb und auch im Bestand deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds und daher ein für den langfristigen Vermögensaufbau besonders gut geeignetes Produkt.
Nur wenige Fondsmanager übertreffen den Index
Wer in ETF investiert, schneidet immer genauso gut oder schlecht ab wie der zugrunde liegende Index. Anders ist es bei aktiv gemanagten Fonds. Wer auf den richtigen Fondsmanager setzt, kann ein besseres Anlageergebnis erzielen als mit einem Indexinvestment. Studien zeigen allerdings immer wieder, dass es nur einer Minderheit der Fondsmanager dauerhaft gelingt, den Index zu schlagen. Als VL-Produkte sind ETFs erst im Kommen und bei Filialbanken bislang unüblich. Kein Wunder, denn beim Absatz von aktiv gemanagten Fonds erhalten die Banken zum Teil satte Provisionen, bei ETFs sieht das dagegen anders aus. Gut möglich aber, dass weitere Direktbanken dem Schritt der Comdirect folgen werden. Auch einige freie Vermögensverwalter, die auf Honorarberatung setzen, haben ETFs über VL im Angebot. Auch hier ist Ebase die depotführende Bank.
Doch wie kommt man an VL seines Arbeitgebers? Es empfiehlt sich, bei der zuständigen Personalabteilung nachzufragen, ob und in welcher Höhe VL gewährt werden. In der Regel ist das tarifvertraglich geregelt. Häufig fließt das Geld aber erst nach der Probezeit. Maximal spendiert der Arbeitgeber eine VL-Sparrate von bis zu 40 Euro im Monat, also 480 Euro pro Jahr. Es macht nur wenig Mühe, einen VL-Vertrag abzuschließen. Der Arbeitnehmer selbst sucht das Produkt aus und schließt den Sparvertrag ab. Anschließend informiert er seine Personalabteilung darüber. Der Arbeitgeber zahlt dann die Leistungen direkt in den Vertrag ein – denn nur dann gelten die Einzahlungen als förderfähige VL.