Wenngleich in Deutschland der Sicherheitsaspekt bei der Kapitalanlage seit jeher eine gewichtige Rolle spielt, sieht James Dilworth, CEO Allianz Global Investors Europe, eine Änderung im Anlageverhalten. „Infolge der Finanzmarktkrisen der letzten Jahre ist das Thema Sicherheit in der Prioritätenliste der Privatanleger noch weiter nach oben gerückt. In diesem Umfeld kann die Fondsbranche mit Fondslösungen mit asymmetrischen Risikoprofilen punkten, die aufwärts gerichtete Marktentwicklungen mitmachen und bei Kursverlusten einen wirksamen Schutz nach unten bieten. Wir sehen von Seiten unserer Kunden eine große und steigende Nachfrage nach Kapitalanlagen mit intelligenten Risikomanagementsystemen“, so Dilworth.
Fonds mit Höchststandsicherung
So bieten viele Gesellschaften inzwischen Fonds mit Höchststandsicherung an. Die Portfolios schreiben zwischenzeitlich erzielte Gewinne fest – eine Eigenschaft, die klassischen Garantiefonds fehlt. Dadurch wird erreicht, dass der Wert der Fondsanteile nicht mehr unter den bisher erzielten Höchststand abrutschen kann. Wird zu einem bestimmten Stichtag ein neuer Spitzenwert ermittelt, gilt ab sofort dieser als Rücknahmepreis. Fonds mit Höchststandgarantie eignen sich besonders für Altersvorsorgekonzepte, da Verluste ausgeschlossen sind.
Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Gerade im Bereich der
Altersvorsorge, bei der in Anlagezeiträumen von 20 oder 30 Jahren gedacht werden muss, sind Kapitalgarantien mit Vorsicht zu genießen, weil sie viel Rendite kosten. Die Frankfurt School of Finance & Management hat an Hand von Computermodellen die Renditen von Fonds mit und ohne Kapitalabsicherung verglichen. Ergebnis: Bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren rechnen sich Garantieprodukte. Danach erzielen Fonds ohne Garantie mehr und bessere Ergebnisse, nach 25 Jahren schnitten sie in jedem Szenario mit Abstand besser ab.
Garantien kosten
Die Garantie kostet in allen Marktszenarien stets rund die Hälfte der möglichen Rendite. Selbst im ungünstigsten Fall waren die Renditen der garantielosen Fonds noch doppelt so hoch wie die der Garantieprodukte und auch deutlich höher als deren garantierte Renditen. Bei der Abwägung von Anlagerisiken sollten daher nicht nur Sicherheitsaspekte eine Rolle spielen, sondern auch der Anlagehorizont. Und hier gilt: Je länger Wertpapiere wie Aktien oder Fonds gehalten werden, desto größer und ausgeglichener sind ihre Wachstumschancen. Während bei kurzen bis mittleren Sparhorizonten Kursschwankungen das Anlageergebnis negativ beeinflussen können, spielen Kurs-Schwächephasen auf lange Sicht meist nur eine untergeordnete Rolle.