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Vermögenszuwachs 2011

Jeder Deutsche besitzt rechnerisch knapp 58.000 Euro

25.01.2012 14:13
Von Max Geißler
Krise hin oder her – die privaten Haushalte in Deutschland werden immer reicher. Um rund 600 Euro stieg das Pro-Kopf-Vermögen im letzten Jahr. Verzinste Geldanlagen standen hoch im Kurs.
Vermögenszuwachs 2011 Jeder Deutsche besitzt rechnerisch knapp 58.000 Euro Finanzportal Biallo.de
Die Sparschweine der Deutschen sind gut gefüllt
Die Bundesbürger setzten auch 2011 ihren Vermögensaufbau fort. Trotz eines schweren und von hohen Unsicherheiten geprägten Börsenjahres legte das Bruttogeldvermögen nach Schätzungen von Allianz Global Investors um rund ein Prozent auf 4,74 Billionen Euro zu. 2010 standen 4,69 Billionen Euro zu Buche. Rein rechnerisch verfügt damit jeder Bundesbürger über ein Bruttogeldvermögen von rund 57.900 Euro, nach etwa 57.300 Euro zum Jahresende 2010. Zieht man die Verschuldung ab, so lag das Nettogeldvermögen der Deutschen 2011 bei schätzungsweise 3,18 Billionen Euro (2010: 3,15 Billionen Euro).

Kapitalmarkt bremst Vermögensbildung

Anders als in den beiden Vorjahren, in denen das gesamte Bruttogeldvermögen in Deutschland um 4,9 bzw. 3,8 Prozent wuchs, kam 2011 kein Rückenwind von der Kapitalmarktentwicklung. Renate Finke, Senior Economist bei Allianz, stellt fest: „Nach einer anfänglich guten Entwicklung des Bruttogeldvermögens wurde der Vermögensaufbau im zweiten Halbjahr jäh gebremst. Zwar lag die Kapitalbildung – dank eines 3,3-prozentigen Anstiegs der verfügbaren Einkommen – mit 179 Milliarden Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die Bewertungsverluste im Zusammenhang mit dem Börseneinbruch im Sommer 2011 machten allerdings einen großen Teil des Vermögensaufbaus zunichte.“ Im Ergebnis legte das Bruttogeldvermögen im abgelaufenen Jahr den Schätzungen von Allianz Global Investors zufolge nur um knapp 50 Milliarden Euro zu.

Tages- und Festgeld bevorzugt

Angesichts der Marktturbulenzen verwundert es nicht, dass das Thema Sicherheit der Kapitalanlage bei den Bundesbürgern hoch im Kurs stand. Hatte es zunächst noch so ausgesehen, als würden anziehende Zinsen zu Umschichtungen von kurzfristig geparkten Geldern führen, so kehrte sich diese Entwicklung im zweiten Halbjahr wieder um. Insgesamt legten die Deutschen 2011 das meiste Geld auf kurzfristig verfügbaren Konten an: Im Jahresverlauf stieg der Bestand an Sichteinlagen um knapp 40 Milliarden Euro. Finke: „Neben dem Sicherheitsaspekt dürfte dies auch dem Liquiditätsaspekt geschuldet sein. Eine teilweise Auflösung von Sparguthaben deutet darauf hin, dass die Anleger auch an der kurzfristigen Verfügbarkeit ihrer Gelder interessiert waren, um sich bietende Investitionsgelegenheiten nutzen zu können.“
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 Euro, Laufzeit: 3 Monate
  Tagesgeld-Anbieter Zinssatz Zins-
ertrag
Einlagen-
sicherung
 
1
Barclays 2,75% 69 € 100% 
  Deniz-Bank
2,75% 69 € 100% 
  MoneYou
2,75% 69 € 100% 
2
Amsterdam-Trade-Bank
2,70% 68 € 100% 
  Bank of Scotland
2,70% 68 € 100% 
Daten von: 21.02.2012
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
 britische Einlagensicherung, Rest über BdB
 europäische Einlagensicherung
 Online-Konditionen
Viele Sparer bevorzugen in der Krise hoch flexible und überdurchschnittlich verzinste Tagesgelder. Das Kapital liegt kostenfrei und sicher verzinst bei der Bank, die Gefahr von Verlusten durch Kursrückgänge ist ausgeschlossen. Guthaben auf Tagesgeldkonten sind jederzeit abrufbar. Besonders attraktiv verzinst und für alle Sparer offen sind derzeit die Tagesgelder von Moneyou und Denizbank mit je 2,75 Prozent Zinsen. Auf den weiteren Plätzen des Biallo-Tagesgeld-Rankings folgen Amsterdam Trade Bank, Bank of Scotland und VTB mit je 2,70 Prozent. Nur für Neukunden gelten die Angebote von Cortal Consors und 1822 Direkt mit 2,60 bzw. 2,55 Prozent Zinsen. Wobei Kunden von Cortal Consors von quartalsweiser Zinszahlung profitieren – das verbessert den Zinseszinseffekt. Das gleiche gilt für das Tagesgeld-Plus-Konto von Comdirect, allerdings schmilzt der Guthabenzins ab 10.000 Euro Einlage von 2,0 auf 1,25 Prozent ab.

Auch die Aufteilung des gesamten Geldvermögens der Deutschen spiegelt eine vorsichtige und abwartende Haltung wider. So sind etwa 40 Prozent der Geldanlagen – rund 1,9 Billionen Euro – bei Banken und Sparkassen als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe angelegt. Der Anteil der Kapitalmarktprodukte (Aktien, Investmentfonds, Rentenpapiere und nicht börsennotierte Beteiligungen) sank 2011 dagegen um einen Prozentpunkt auf 23,5 Prozent. Der Anteil der Versicherungen schließlich belief sich auf rund 30 Prozent.
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Leserkommentare

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13.02.2012 11:01 Uhr
betroffen: Da stellt sich die Frage
warum? Warum steigt das Geldvermögen um nur 1,07%, wo doch die Inflation in 2011 mittlerweile 2,30% erreicht hat? Die Sparquote ist in den letzten 4 Jahren annäherd gleich geblieben (ca. 11,25%). Was ist also passiert? 1. Waren in weiten Teilen der Republik 2011 weiterhin Reallohnverluste zu verzeichnen. 2. Sind viele Sparer aufgrund der unsicheren Zeiten in sichere und liquide - jedoch auch geringer verzinste Bankprodukte geflüchtet. Das freut die Banken, denn sie haben das selbe Geld zu günstigeren Zinssätzen zur Verfügung. 3. Sind viele Sparer /Anleger aus Aktien /Immobilienfonds abgewandert, da die Rendite - Versprechungen nicht eingehalten werden konnten und wir nicht in Zeiten leben, da man auf Laufzeiten von 20 - 30 Jahren bauen sollte. 4. Der wichtigste Grund: Wer konnte, investierte 2011 sein Geld in Modernisierung und Renovierung der Wohnimmobilie. Der Trend ist ungebrochen. -Wie die Anschaffung wertbeständiger Einrichtungs und Ausrüstungsgegenstände voll im Trend bleibt.
Foto: Colourbox.com ID:6409
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