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Weniger ist oft mehr

07.04.2010 10:47
Von Horst Biallo
 Weniger ist oft mehr
„Was brauchen normale Kunden von einer Bank?“ fragte Ben Tellings, der scheidende Chef der ING-Diba bei seiner letzten Pressekonferenz vor ein paar Tagen. Seine Antwort: gut verzinste Sparprodukte, günstige Raten- und Immobilienkredite, gute Fonds- oder Fondssparpläne möglichst ohne Ausgabeaufschlag und Depotgebühren.“
Also all das, was Europas Direktbank Nr. 1 ihren Kunden anbietet. Mehr nicht. Dafür braucht es seiner Meinung nach auch keine Filialen vor Ort, jedenfalls nicht in der Dichte, wie wir sie uns leisten. Hat der sympathische Niederländer damit recht?

Ja und nein. Nein deswegen, weil es eben nicht Jedermanns Sache ist, seine Bankgeschäfte nur über das Telefon oder das Internet abzuwickeln. Warum soll man nicht auch die Möglichkeit haben, zu einer Filiale zu gehen, sich dort die Kontoauszüge auszudrucken und mit dem Bankangestellten zu plaudern. Recht hat er jedoch, wenn es um die Produkte geht.

Ich habe die 50 längst überschritten, und habe einen gewissen Wohlstand erreicht. Das liegt sicher auch daran, dass ich mich immer um eine günstige Baufinanzierung bemüht habe, auch heute noch nur die Produkte kaufe, die ich verstehe. Ich bin auch noch nie auf den Gedanken gekommen, in eine Bank zu gehen, um mich dort beraten zu lassen. Die „Beratung“ verdient diesen Namen in den allermeisten Fällen nicht. Das zeigen auch jüngste Tests immer wieder. Angeboten werden komplizierte Produkte, die nichts taugen, weil sie meist mit einer hohen Provision für den Banker ausgestattet sind. Geben Sie sich daher lieber mit weniger zufrieden. Also statt mit komplizierten Dingen mit einfachen wie einem Tagesgeldkonto, einem Sparbrief, einem Festgeld und günstigen Krediten. Und lassen Sie um Himmels willen die Finger weg von Dingen, die Sie nicht verstehen.
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Leserkommentare

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08.04.2010 12:45 Uhr
Linda Herzog: In de Tat so einfach wie genial
Einfach wie genial. Ich glaube aber, so ist es in der Tat, wenn man die oben genannten Grundregeln beachtet. ich würde noch hinzufügen: Es kommt (fast) nicht darauf an, wieviel man erwirtschaftet bzw. verdient, sondern wie man damit umgeht, sprich wie man es ausgibt und vor allem wie man es anlegt. Die Banker beraten für sich, nehmen das Geld an sich und verzocken es durch undurchsichtige Produkte. Das Geld ist am besten bei mir selbst aufgeoben. Also Geld nur als Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld oder Sparbrief anlegen. Das versteht wirklich jeder - und vor allem hat man sein Geld danach noch.
ID:3734
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