Trotz der wachsenden Sorge um die Stabilität in der Euro-Zone sind die Kursverluste an den deutschen Aktienmärkten erst auf dem zweiten Blick verständlich. Zuletzt haben wichtige Unternehmen wie die Deutsche Bank glänzende Bilanzzahlen präsentiert. Und die Talfahrt des Euro hilft vor allen Dingen der ohnehin wettbewerbsfähigen Exportwirtschaft in Deutschland. Je schwächer der Euro, desto billiger werden für Nicht-Euro-Staaten die Waren „Made in Germany“ – gut für den Aufschwung in Deutschland und Europa.
Doch an der Wachstumsdynamik kommen inzwischen wieder verstärkt Zweifel auf. Die Europäische Zentralbank (EZB) glaubt zwar weiterhin an eine wirtschaftliche Erholung in Euroland. Die aber werde holprig verlaufen und sei mit erheblichen Risiken verbunden. Störfeuer für ein moderates Wachstum sind steigende Arbeitslosigkeit und eine zögerliche Kreditvergabe an Unternehmen. Überraschend alarmierende Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt haben in der vergangenen Woche gezeigt, wie fragil die Konjunktur nach der schweren Rezession des vergangenen Jahres insbesondere in den Industrienationen ist.
Und prompt folgte die Bestätigung aus Deutschland. Der Auftragseingang der Industrie ist im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent gesunken, erwartet hatten die Experten ein kleines Plus.