Doch bei einem voraussichtlichen Wachstum von 3,5 Prozent oder mehr in diesem Jahr muss sich niemand große Sorgen um die deutsche Wirtschaft machen. Die Stimmung insbesondere bei den Exporteuren wird angesichts eines schwächeren Wachstums in den USA und in China zwar zunehmend verhaltener, bleibt aber gut. Trotz der Turbulenzen in Euroland setzt die Konjunktur hierzulande zu einer sanften Landung an.
Erheblich problematischer ist die Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums für die Krisenstaaten der EU. Allen voran Griechenland, Portugal und Irland, aber auch Italien oder Spanien müssen gewaltige Anstrengungen unternehmen, um ihre Staatshaushalte zu konsolidieren und ihre Verschuldung signifikant zurückzufahren. Doch Sparen allein ist kein Konzept. Ohne nachhaltiges Wirtschaftswachstum scheitern die ehrgeizigen Ziele.
Skepsis bleibt
Deshalb bleiben die Akteure an den Finanzmärkten auch nach der Einigung auf das zweite, 109 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für Griechenland skeptisch. Immerhin verschaffen die in der vergangenen Woche auf dem Brüsseler Krisengipfel beschlossenen Maßnahmen den Mitgliedsstaaten der Euro-Zone Zeit – die Märkte haben sich ein wenig beruhigt, die Risikobereitschaft ist wieder etwas gestiegen.
Dazu haben nicht nur die dringend notwendigen Finanzmittel für Athen und die Beteiligung privater Gläubiger beigetragen, sondern auch neue Kompetenzen des Euro-Krisenfonds EFSF. Künftig sind Hilfen möglich, bevor die Zahlungsunfähigkeit eintritt. Der EFSF soll präventiv Kredite an bedrohte Staaten vergeben oder deren Anleihen aufkaufen können, um die Finanzstabilität zu sichern.
Zinsen für Staatsanleihen sinken
Dahinter steckt die Hoffnung, dass die „vorsorglichen Kredite“ die Risikoaufschläge insbesondere für spanische und italienische Staatsanleihen möglichst niedrig halten. Denn sollten diese Schwergewichte nicht mehr in der Lage sein, sich am Kapitalmarkt mit Geld zu versorgen, wäre das Ende des Euro unabwendbar.
Kurzfristig scheint die Rechnung aufzugehen. Die Zinsen der Staatsanleihen aus den Krisenländern sind gesunken, Investoren gehen wieder ein höheres Risiko ein. Entsprechend sinkt auch die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen aus Frankreich oder Deutschland, die Anlegern in Krisenzeiten immer als „sicherer Hafen“ dienen. Dennoch bleibt die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen weiter deutlich unterhalb der Drei-Prozent-Marke.
Baugeld bleibt günstig
Entsprechend günstig kommen Eigenheimer mit Finanzierungsbedarf an die passenden Kredite. Laut
Biallo-Index Baufinanzierung kosten klassische Darlehen mit zehn Jahren fester Zinsbindung im Durchschnitt inzwischen weniger als 3,8 Prozent. Vor drei Monaten, als sich das europäische Schuldendrama erneut verschärfte, war der gleiche Kredit noch 0,4 Prozentpunkte teurer. Jede Krise kennt auch Gewinner.
Zinstrend
kurzfristig: schwankend
mittelfristig: steigend
langfristig: steigend