Bemerkenswert an der Untersuchung ist, dass der vermeintliche Vorteil einer Beratung vor Ort sich eher ins Gegenteil verkehrt: „Die beobachteten Mängel in Beratungen zur Eigenheimfinanzierung haben wir bei allen Vertriebsformen festgestellt“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, also bei Beratungen von Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Finanzvertrieben (
siehe auch Interview "Fünf Fragen an: Niels Nauhauser").
Die fünf häufigsten Mängel:
Fehler 1: Falsche monatliche Rate
Entweder ist die monatliche Rate zu hoch - oder zu niedrig. Im Interesse des Verbrauchers stehen niedrige Zinskosten für ihr Darlehen bei möglichst rascher Tilgung. Um diesen Interessenwiderspruch vor dem Hintergrund individueller Zahlungsmöglichkeiten berücksichtigen zu können, fehlte es oft an einer sorgfältigen Analyse der finanziellen Situation.
Fehler 2: Falsche Darlehenssumme
Bei der Ermittlung der wirklich nötigen Darlehenssumme ist auch zu bewerten, wie bestehendes Vermögen zum Immobilienerwerb eingesetzt werden kann. „Andererseits sollte die Darlehenssumme ausreichend hoch bemessen sein, um die zu finanzierenden Ausgaben abzudecken, was eine sorgfältige Abschätzung der notwendigen Ausgaben voraussetzt“, so Nauhauser. Das ist in jedem vierten Fall unterblieben.