Forwarddarlehen – für viele im doppelten Sinn ein Fremdwort
Unter einem Forwarddarlehen, mit dem man sich einen derzeit niedrigen Zins für einen Kredit zu einem späteren Zeitpunkt sichern kann, konnte sich nicht einmal jeder Fünfte etwas vorstellen. Dieser Kredittyp ist besonders im Zinstief interessant, zum Beispiel wenn die Zinsbindung für einen bestehenden Kredit in absehbarer Zeit ausläuft. Allerdings muss der Kunde für die Sicherung des niedrigen Zinses Gebühren zahlen, die umso höher ausfallen, je später das Geld aus dem Kredit benötigt wird. Es gibt aber auch Anbieter, die erst sehr spät einen Zinszuschlag fordern – und / oder nur sehr verhalten an der Zinsscharube drehen. Beispielsweise verlangt die Höchster Pensionskasse für Altdarlehen die spätestens in 24 Monaten auslaufen, überhaupt keinen Aufschlag auf den heutigen Zinssatz. Bei der Axa-Bank werden 0,007 bis 0,014 Prozent zusätzlich fällig (Auslauf der Altdarlehens spätestens in 48 Monaten),
Wüstenrot erhebt einen Extrazins von 0,008 – 0,025 Prozent (Auslauf der Altdarlehens spätestens in 36 Monaten) und die
Augsburger Aktienbank berechnet ihren Zinsaufschlag von 0,01 Prozent sogar erst ab dem 7. Monat (Fälligkeit des Altdarlehens spätestens in 36 Monaten).
Dass am Ende der Zinsbindungsfrist eines laufenden Kredits häufig eine Anschlussfinanzierung nötig ist, wusste ebenfalls nur eine Minderheit der Befragten. Auch bei anderen Begriffen rund um die Immobilienfinanzierung wie etwa Darlehensrate oder Effektivzins zeigten sich die Befragten wenig kundig. Bei Immobilienbesitzern oder Bürgern, die einen Kauf planen, sah es besser aus: immerhin jeder Zweite kannte sich aus, von allen Befragten dagegen nur knapp 38 Prozent.
Nur jeder Dritte kennt die KfW-Fördermöglichkeiten
Ein geringfügig besseres Bild zeigte sich bei den Fördermöglichkeiten des Staates, sei es zu Krediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder Fördermöglichkeiten der Länder. Hier wusste von den Immobilieneigentümer jeder Zweite Bescheid, insgesamt dagegen nur knapp jeder Dritte.
Wer sich zu wenig mit den finanziellen Modalitäten einer Immobilienfinanzierung beschäftigt, vergibt die Chance, bares Geld einzusparen. Information und unabhängige Beratung sind daher unerlässlich – damit man spätestens kurz vor der Unterschrift unter den notariellen Kaufvertrag bestens im Bilde ist und nicht über die Jahre zuviel Geld für einen teuren Kredit versenkt.