Liegen die Konditionen von Bank- und Bauspardarlehen dicht beieinander, hilft nur ein exakter Effektivzinsvergleich. „Um dabei die tatsächlichen Kosten des Bausparers zu ermitteln, müssen Immobilienkäufer einen Blick ins Kleingedruckte werfen“, so Bieler. Denn die Bausparbedingungen regeln ganz genau, was passiert, wenn der Kunde auf das Darlehen verzichtet. Nicht selten winkt dann als Belohnung rückwirkend eine deutlich höhere Ansparverzinsung und zum Teil auch eine Rückerstattung der am Anfang gezahlten Abschlussgebühr.
Wird dagegen der Kredit in Anspruch genommen, fallen diese Vorteile weg. Die Folge: In solchen Fällen müssen beim Kreditvergleich mit einer Bankfinanzierung sowohl der Zinsverzicht als auch die nicht erstattete Abschlussgebühr dem Bauspardarlehen als indirekte Kosten zugerechnet werden. „Der wahre Effektivzins liegt dadurch oft deutlich höher als der in den Vertragsbedingungen ausgewiesene Standardwert“, sagt Bieler. Die Zeitschrift Finanztest hat in manchen Fällen Effektivzinsen von mehr als sechs Prozent errechnet. Wird statt eines solch teuren Bauspardarlehens ein
preiswerter Hypothekenkredit in Anspruch genommen, könnten Bauherren bei einer Kreditsumme von 50.000 Euro nicht selten mehr als 3.000 Euro Zinsen sparen.
Tipp: Viele Bausparkassen bieten nicht nur die bekannten Bauspardarlehen an, sondern auch klassische Hypothekendarlehen, zum Beispiel die
Debeka, BHW,
Wüstenrot oder die
Bausparkasse Mainz (BKM). Zwar werden in vielen Fällen Schätzkosten erhoben, dennoch kann sich das Annuitätendarlehen gegenüber älteren Bausparverträgen sehr wohl lohnen. Um die Konditionen vergleichen zu können, sollten sich Kreditnehmer die effektiven Kosten exakt vorrechnen lassen.