Laut einer Online-Befragung des Baugeldvermittlers Hypothekendiscount hält die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) den Lebensabschnitt zwischen 30 und 35 Jahren für den besten Zeitpunkt, um eine Immobilie zu erwerben. Ein Viertel der Befragten findet einen Zeitpunkt unter 30 Jahren für sinnvoll, ein knappes Viertel hält das Alter ab 35 für richtig. Älter als 45 Jahre sollte man für den Eigentumserwerb aber nicht sein, finden fast alle. Finanzexperten wie Kai Oppel von Hypothekendiscount halten den Lebensabschnitt zwischen 30 und 45 Jahren für optimal zum Immobilienkauf: „Zu diesem Zeitpunkt haben viele bereits Eigenkapital angespart, dadurch kann die Darlehenssumme geringer ausfallen.“ Zudem verbessere sich der Zinssatz, weil der Beleihungsauslauf sinkt.
Einschneidende Veränderungen im persönlichen Leben, etwa Heirat oder Geburt eines Kindes, spielen in den Kaufüberlegungen der meisten Interessenten nur eine untergeordnete Rolle. „Auch wenn die Geburt eines Kindes nicht unbedingt ein zwingender Auslöser für ein Immobilieninvestment ist, so sollte die Familienplanung in die Entscheidungsfindung einfließen“, findet Oppel. Familienzuwachs verursacht allerdings erhöhten Platzbedarf. Da große Eigentumswohnungen und Häuser teuer sind und junge Familien häufig (noch) nicht über große Kapitalreserven verfügen, schieben sie den Eigentumserwerb zumeist nach hinten. Eine Auswertung der Landesbausparkassen ergab, dass „viele Eltern erst dann Wohneigentümer werden, wenn die Kinder fast schon wieder aus dem Haus sind“. Vielfach sind die Eltern Mitte vierzig, nicht selten bereits über fünfzig.
Lebensabschnittsimmobilie
In europäischen Nachbarländern hat sich eine andere Praxis etabliert: die Lebensabschnittsimmobilie. Junge Berufstätige erwerben zunächst eine kleine, preiswerte Wohnung und tauschen diese später gegen ein größeres Objekt, wenn eine Familie gegründet und Nachwuchs erwartet wird. „Das Modell der Immobilie auf Zeit hat gewissen Charme“, findet Kreditexperte Oppel. Denn als Eigentümer erwerbe man mit jeder bezahlten Rate ein Stück Eigentum, während man als Mieter stets nur das Konto des Vermieters erhöhe. Das erworbene Eigentum könne man später als Grundstock für den Kauf einer größeren Immobilie einsetzen.
Das aktuelle Zinstief bietet optimale Erwerbsbedingungen. Kauft ein Lediger beispielweise ein Appartement für 80.000 Euro und nimmt dafür ein Darlehen über 70.000 Euro zu 3,1 Prozent Zinsen auf, so kostet ihn die monatliche Rate selbst bei fünf Prozent Anfangstilgung nur 472 Euro im Monat. Leistet er zusätzlich 3.000 Euro Sonderzahlung pro Jahr, so ist das Darlehen bereits nach neun Jahren und sechs Monaten abbezahlt und der Käufer schuldenfrei. Steht nach zehn Jahren eine Familiengründung an, so kann der Eigentümer bei einer jährlichen Wertsteigerung seiner Immobilie von 1,5 Prozent knapp 93.000 Euro als Grundstock in die Finanzierung des Traumhauses einbringen.