Fallstricke ausschalten
Baugeldexperten wie Franz Lücke von der ING-Diba raten daher in der aktuellen Niedrigzinsphase zu längeren Zinsbindungsfristen. „Wer die Zinsen für zehn oder 15 Jahre festschreibt, sichert sich für einen geringen Aufpreis günstige Konditionen und hohe Kalkulationssicherheit über viele Jahre.“ Zehnjährige Baudarlehen mit einem Prozent Anfangstilgung sind derzeit für unter 3,5 Prozent Nominalzins zu haben.
Der günstigste Anbieter Cosmos direkt berechnet aktuell 3,22 Prozent Nominalzins, Europa 3,29 Prozent und die
Norisbank 3,30 Prozent. Wer höchstens 50 Prozent der Baukosten finanzieren muss, der findet bei der ING-Diba ab 3,40 Prozent ebenfalls günstige Konditionen.
Eine andere effektive Finanzierungsstrategie im Zinstal liegt darin, die Tilgungsrate deutlich anzuheben. „Wer eine fünfjährige Zinsbindung wählt und mit mindestens fünf oder sechs Prozent Anfangstilgung startet, kann das Risiko bei der Anschlussfinanzierung minimieren und zugleich von Billigzinsen doppelt profitieren“, so Oppel. Erstens sinkt die Restschuld für die Anschlussfinanzierung deutlich und zweitens kann man, sollten die Zinsen nicht außerordentlich steigen, mit der gleichen Monatsrate fortfahren.
Beispiel 150.000-Euro-Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung: Nach Ablauf von fünf Jahren beträgt die Restschuld bei sechsprozentiger Anfangstilgung nur noch etwa 100.000 Euro, statt 140.000 Euro wie mit einprozentiger Anfangstilgung. Selbst wenn die Zinsen auf sechs Prozent steigen und sich damit mehr als verdoppeln kann die monatliche Rate von rund 1.000 Euro dank der gesunkenen Kreditsumme stabil gehalten werden. Sollten die Zinsen noch höher steigen, hilft ein Absenken der Tilgungsrate die Monatsrate zu stabilisieren.