Gute Karten, sich gegen Inflation zu schützen, haben laut der Bulwien-Gesa-Studie Vermieter. Werde der Mietzins zum Beispiel an die Inflationsrate gekoppelt, so stiegen die Mieten im Gleichschritt mit der Teuerungsrate. Viele gewerbliche Mietverträge sehen solche Klauseln vor, bei privaten Mietverträgen ist dieser Passus aber eher selten. Häufiger anzutreffen sind hingegen feste Mietpreisstaffeln, etwa ein Anstieg der Miete um jährlich 1,0 oder 1,5 Prozent. Hier winkt immerhin ein gewisser Inflationsschutz, allerdings gedeckelt von der mietrechtlichen Kappungsgrenze, die eine Mietsteigerung von 20 Prozent in drei Jahren erlaubt.
Beim
Kauf selbst genutzter Eigenheime gelten andere Kriterien. Hier ist es besonders wichtig auf die Lage zu achten: „Nur in solche Objekte und Gegenden investieren, die langfristig auch wirklich nachgefragt werden“, sagt Gerhard Kemper, Dozent an der HAWK Fachhochschule Holzminden und Mitarbeiter des Beratungsunternehmens Geka Kemper in Düsseldorf. Dies sei dauerhaft vor allem für die großen Ballungsgebiete zu erwarten, denn die Bevölkerungswanderung Richtung Großstädte ist ungebrochen. Auch die Wanderungsbewegung von Ost nach West bzw. von Nord nach Süd sollte in die Überlegungen potentieller Immobilienkäufer einfließen.
Inflationsschutz ist nicht gleich hohe Rendite
Als inflationssicher erweisen sich solche Ballungszentren, die langfristig eine höhere Preisentwicklung aufweisen als die durchschnittliche Teuerungsrate. „Hoher Inflationsschutz ist aber nicht gleichzusetzen mit hoher Rendite auf das eingesetzte Kapital“, sagt Planethome-Chef Anzenberger. So habe die bayerische Landeshauptstadt München zwar Spitzenpreise bei Immobilien, bei den erzielbaren Renditen belegt sie aber keinen Spitzenplatz. Grund: Die Immobilienpreise und damit die Investitionskosten sind schlicht zu hoch.
Kapitalanleger finden in kleineren Universitätsstädten wie Regensburg, Nürnberg oder Würzburg attraktivere Bedingungen. Trotzdem sollten Investoren nach Anzenbergers Ansicht ihr Hauptaugenmerk auf Ballungszentren richten: "Stabilität und Immobiliennachfrage in attraktiven Wirtschaftszentren sind auf Dauer höher als in kleineren Standorten." Wer nicht überteuert einkauft, der erzielt zumindest stabile Renditen.