Top-Lagen bevorzugen
Vor dem Eigenheimerwerb sollten Käufer alle entscheidenden Faktoren rund um die Immobilie prüfen. „Bei selbst genutzten Objekten sollte der Wunsch, eine höhere Wohnqualität zu erreichen und durch Mietfreiheit im Alter eine wichtige Grundlage für die Altersvorsorge zu schaffen, an erster Stelle stehen“, erläutert Gawarecki. Bei
Kapitalanlegern könnten dagegen Wertsicherheit und Vermögensdiversifizierung im Vordergrund sein. Allen voran ist jedoch die Lage zu prüfen. Hier gilt: lieber eine Top-Lage, die auch im Alter noch attraktiv ist, als ein Top-Haus in einem schlecht erschlossenem Gebiet. Bestandsimmobilien können über die Zeit, z.B. auch in Eigenleistung, modernisiert werden, die Lage jedoch bleibt. Bei Modernisierungsobjekten sollten die Energieeffizienz der Immobilie geprüft und mögliche Folgekosten einkalkuliert werden. Auch müssten Kunden abschätzen, ob der Kaufpreis realistisch und nicht überteuert ist – dies ist zum Beispiel mit Hilfe eines erfahrenen Finanzierungsberaters oder eines Maklers möglich. Auch die Infrastruktur, das Wohnumfeld, die Verkehrsanbindung und mögliche bauliche Veränderungen in der Zukunft sind wichtige Faktoren, die die Wohnqualität und damit den Immobilienwert beeinflussen. Genaue Informationen zu geplanten Strukturveränderungen, etwa der Bau einer Umgehungsstraße, können bei den Gemeinden eingeholt werden.
Lange Zinsbindung bringt Sicherheit
Nach den Rahmenbedingungen werden die Finanzierungsmöglichkeiten geprüft. Kreditexperten raten in der aktuellen Niedrigzins-Phase zu einer langen Zinsbindung, einer Anfangstilgung von mindestens zwei Prozent und einem Eigenkapitalanteil von wenigstens 20 Prozent. „Wer die Immobilie zu mehr als 80 Prozent beleiht, der muss einen relativ teuren Kredit aufnehmen und hat wenig Puffer für unerwartete Zusatzkosten“, warnt Gawarecki. Günstige Langfrist-Finanzierungen mit 80 Prozent Beleihungsgrenze bieten derzeit viele Kreditvermittler und Internetbanken. So berechnet etwa
Baufi.net für ein 200.000-Euro-Darlehen mit 20-jähriger Zinsbindung aktuell nur 3,34 Prozent Sollzins,
Accedo und Dr. Klein berechnen jeweil 3,37 Prozent. Ebenfalls unter der Vier-Prozent-Marke liegen die Direktbanken 1822 mit 3,52 Prozent Sollzins sowie Comdirect mit 3,66 Prozent. „Wer von einer Immobilie träumt, der sollte die attraktive Situation nutzen – allerdings nicht überstürzt, sondern überlegt“, so Gawarecki.