Aufgrund der extrem niedrigen Bauzinsen raten Finanzierungsexperten zu möglichst langer
Zinsbindung. Die Zinsfestschreibung ist ein entscheidendes Kriterium bei der Immobilienfinanzierung. Sie legt fest, wie lange Kunden den bei Vertragsschluss vereinbarten Zinssatz zahlen. Läuft die Zinsbindung beispielweise nach zehn Jahren aus, wird in der Regel eine Anschlussfinanzierung fällig, da die wenigsten Hypothekendarlehen wegen der hohen Kreditsummen bereits getilgt sind. „Da die meisten Kreditnehmer nach zehn Jahren nicht schuldenfrei sind und die Zinsentwicklung nicht auf Jahre hinaus vorhergesagt werden kann, schaffen lange Zinsbindungen hohe Planungssicherheit“, erklärt Kai Oppel vom Baugeldvermittler Hypothekendiscount. Hinzu kommt, dass die
aktuellen Niedrigzinsen lukrative Sparmöglichkeiten bieten. „Der Aufpreis für Finanzierungen über 15 oder 20 Jahre ist sehr gering“, betont der Finanzierungsexperte.
Lange Zinsbindung spart Zehntausende
Sparfüchse können mit einer langen Finanzierung viel Geld sparen, wie diese Beispielrechnung zeigt: Hauskäufer A nimmt ein zehnjähriges Hypothekendarlehen über 200.000 Euro auf. Bei der
PSD Bank Rhein-Ruhr zahlt er dafür aktuell nur 2,94 Prozent Sollzins. Die niedrige Zinsbelastung erlaubt eine Anfangstilgung von 4,0 Prozent, die Monatsrate beläuft sich auf 1.157 Euro. Nach Ende der Zinsbindung muss der offene Restbetrag von 107.129 Euro anschlussfinanziert werden. A nimmt erneut ein Zehnjahresdarlehen auf, die Zinsen sind aber inzwischen auf 6,0 Prozent gestiegen. Um nach zehn Jahren schuldenfrei zu sein, tilgt er mit anfänglich 7,3 Prozent, die Monatsrate steigt minimal auf 1.187 Euro. Unterm Strich summieren sich die Zinskosten für beide Darlehen auf etwa 105.270 Euro.