Empirica verknüpfte für diese Untersuchung Einkommens-Daten des Statistischen Bundesamtes mit Informationen aus seiner Preis-Datenbank für gebrauchte Einfamilienhäuser aus dem ersten Halbjahr 2011. Dafür wurde das Mindesteinkommen errechnet, das zum Erwerb einer Immobilie in der jeweiligen Region für ein typisches Bestandsobjekt benötigt wird, und anschließend mit dem jeweiligen regionalen Durchschnittseinkommen verglichen. Dabei ist der Wohneigentumserwerb in der jeweiligen Region für die Berliner Forscher dann machbar, wenn bei einem Eigenkapital in Höhe eines Jahresnettoeinkommens die Finanzierungsbelastung von insgesamt sieben Prozent pro Jahr (für Zins und Tilgung) 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigt. Nicht vernachlässigen sollte man den Aspekt, dass Gebrauchterwerber häufig zusätzlich Modernisierungsaufwand bewältigen müssen.
Zugleich zeigt die Auswertung, dass sich die Einkommensschwellen, sich Wohneigentum leisten zu können, in den verschiedenen Regionen Deutschlands gar nicht so deutlich unterscheiden. Denn: Auch die typischen Einkommen von einer Region zur anderen unterscheiden sich deutlich. Deshalb ist zum Beispiel in Starnberg nicht einmal der größte Zuschlag auf das lokale Durchschnittseinkommen gefordert. Denn hier werden zugleich auch die höchsten Durchschnittseinkommen in Deutschland erzielt. An zweiter Stelle bei den Einkommen folgt der hessische Hochtaunus-Kreis. Dort ist sogar weniger als das dort relativ hohe durchschnittliche Einkommen ausreichend, um eine ortsübliche Immobilie zu finanzieren.
Landkreise Hof und Werra-Meißner sind besonders günstig
Inzwischen können sich laut LBS Research auch in fast zwei Dritteln der 114 kreisfreien Städte Durchschnittsverdiener ein gebrauchtes Einfamilienhaus leisten. Und nur in 17 von mehr als 300 Landkreisen braucht man mehr als das Durchschnittseinkommen. Zu den zehn günstigsten Kaufstandorten zählen Landkreise aus allen fünf neuen Ländern, gefolgt von den Landkreisen Hof (in Nordbayern) sowie Werra-Meißner (in Nordhessen). Doch in den neuen Ländern gibt es auch sehr teure Standorte, wie etwa Potsdam. Dort braucht man fast das anderthalbfache Durchschnittseinkommen für ein gebrauchtes Haus.
Im Vergleich zum Jahresbeginn 2010 haben sich laut Empirica die Bedingungen für Eigenheimer in spe weiter verbessert. Denn die Objektpreise sind fast unverändert günstig, die Finanzierungskonditionen niedrig, aber die Einkommen sind im Durchschnitt gestiegen. Wie viel Baugeld derzeit kostet, weist der
Durchschnittswert im Biallo-Index aus, welche günstigen Offerten es derzeit gibt,
zeigt der Biallo-Baugeldrechner.