
Die eigenen vier Wände - Unabhängigkeit, Geldanlage und Altersvorsorge
Mehr als die Hälfte der Deutschen wohnt bereits in den eigenen vier Wänden. Und von denen, die Monat für Monat Miete zahlen, träumt die Mehrzahl vom Wohneigentum. Dies zeigt eine aktuelle von den Landesbausparkassen in Auftrag gegebene Studie.
Je nach Bundesland ist der Anteil selbst genutzten Wohneigentums höchst unterschiedlich. Spitzenreiter ist das Saarland, dort werden 54,9 Prozent der Immobilien vom Eigentümer selbst genutzt, gefolgt von Rheinland-Pfalz (54,3 Prozent) und Baden-Württemberg (49,1 Prozent). Von den neuen Bundesländern hat Thüringen das meiste selbstgenutzte Wohneigentum mit 40,6 Prozent, vor Brandenburg (39,6 Prozent), Sachsen-Anhalt (37,9 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (33,2 Prozent). Doch egal welches Bundesland man betrachtet – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Wohneigentumsquote in Deutschland sehr niedrig. An der Spitze stehen hier Spanien mit 83 Prozent, Irland (78 Prozent) und Norwegen (76 Prozent).
Eigenheim als Altersvorsorge
Dabei bedeutet ein Eigenheim nicht nur ein Stück Unabhängigkeit von einem Vermieter sondern ist auch eine wichtige Form der Altersvorsorge. Ein Rentner wird laut LBS-Studie monatlich im Schnitt um 519 Euro entlastet, wenn er im entschuldeten Wohneigentum statt zur Miete wohnt. „Allerdings muss man immer die individuelle Situation in einem Haushalt beachten“, warnt Andrea Heyer, Referatsleiterin Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Sachsen.
„Immobilienerwerb ist eine finanzielle Verpflichtung, die man dauerhaft sichern muss.“ Man mache sich insofern auch wieder abhängig, denn ein Umzug in ein günstigeres Objekt sei wie bei einer Mietwohnung nicht so einfach möglich. Und selbst wenn das Eigenheim im Alter abbezahlt ist, können höhere Kosten für Reparaturen anfallen, für die wieder ein neuer Kredit aufgenommen werden muss.
Dennoch: Laut Deutscher Bundesbank fand sich 2006 knapp die Hälfte der Vermögensbestände privater Haushalte in Form von Wohnimmobilien. Gerade in Krisenzeiten toppt diese Form der Geldanlage so manches Sparprodukt beim Thema Sicherheit. Steigt die Inflationsrate wieder, sind Sachwertanlagen besonders interessant. Und auch was die Rendite angeht, kann die Immobilie sich locker sehen lassen. Eine aktuelle Studie der Postbank hat ergeben, dass mit Ausnahme des Jahres 2004 in den letzten 13 Jahren die Anlageform Wohnimmobilie gegenüber dem Investment in Aktien deutlich renditestärker war.
Von 1996 bis 2008 erzielten Anleger durch deutsche Wohnimmobilien einen inflationsbereinigten Ertrag von rund 50 Prozent – vorwiegend aus Mieteinnahmen. Eine Garantie, dass dies weiterhin immer der Fall sein wird, gibt es allerdings nicht.