Zwei Drittel aller Riester-Berechtigten kennen den sogenannten Wohn-Riester, aber nur rund ein Drittel der Befragten weiß, worum es dabei konkret geht. Das ist das Ergebnis einer TNS Infratest Studie im Auftrag der Bausparkasse LBS. Es herrscht also weiterhin Informationsbedarf unter den potenziellen Bauherren – aber auch bei den Banken.
Nur wenige Angebote am Markt
Denn schließlich bieten bisher nur wenige ein Wohn-Riester-Produkt zur Baufinanzierung an. Zwar hatten sich Banken und Bausparkassen schon rund 450 Wohn-Riester-Produkte zertifizieren lassen, als die Zeitschrift Ökotest im Februar ihren umfassenden Test zum Thema herausgebracht hat. Doch nur wenige sind bereits am Markt erhältlich. Ein Grund dafür: Der Wohn-Riester gilt als bürokratisch und kompliziert für die Anbieter. Ähnlich waren die Ergebnisse der Stiftung Warentest Anfang des Jahres. Sie hatte einen Modellfall an 86 Institute geschickt, aber nur sechs konnten ein passendes Angebot vorlegen. „Viele planen die Markteinführung erst für das laufende Jahr“ sagt Jörg Sahr, Experte für Immobilienfinanzierung bei der Stiftung Warentest.
„Trotzdem“, so sein Fazit, „man kann mit dem Wohn-Riester sehr viel Geld sparen. Banken können es sich auf Dauer nicht leisten, ein solches Produkt nicht zu verkaufen.“ Im Musterfall hatte ein Arbeitnehmerehepaar mit Kind durch die zusätzliche Förderung über 50.000 Euro gespart. Sahr warnt allerdings an dieser Stelle: „Bauherren, die sich das Eigenheim nur aufgrund der Förderung leisten können, sollten vorsichtig sein“. Man bewege sich damit in der Regel zu sehr am finanziellen Limit.
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Wohn-Riester - trotz Besteuerung lohnend
Wer dagegen den Eigenheimkauf auch ohne Wohn-Riester ermöglichen kann, der ist auf der sicheren Seite – und profitiert: Hauskäufer, die den Wohn-Riester in die Finanzierung einbauen, machen immer ein Plus – auch, wenn man die nachgelagerte Besteuerung mit einrechnet. Und das, obwohl Wohn-Riester-Darlehen im Schnitt etwas teurer sind. „Allerdings sind die Wohn-Riester-Darlehen nie teurer als die ungeförderten Darlehen bei derselben Bank“, so Sahr. „Vielmehr ist es so, dass viele günstige Kreditinstitute noch abwarten und keine Riester-Darlehen anbieten. Deshalb sind Riester-Darlehen im Schnitt etwas teurer. Es gibt aber schon jetzt sehr günstige Angebote von Banken und Sparkassen.“
Keinesfalls stimme es, dass die Bürokratie das Produkt verteuere, wie in einigen Online-Foren und Newslettern behauptet wird. „Es gibt allerdings einige Banken, die zusätzliche zwölf Euro für die Kontoführung von Riester-Darlehen verlangen. Die sonstigen Konditionen sind aber die gleichen wie bei ungeförderten Darlehen“, so der Experte. Trotz dieser Kontoführungsgebühr kann es jedoch sein, dass das Riester-Darlehen durch die Förderung deutlich günstiger ist als das herkömmliche Darlehen. Wichtig ist aber auch beim Riester-Darlehen, dass Sondertilgungen möglich sind und die Rate nachträglich im Rahmen der für Riester-Darlehen gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden kann.