Auslöser des Zinsumschwungs sind erste, ernstzunehmende Lösungsansätze für die europäische Schuldenkrise, hoffnungsvolle Konjunkturdaten aus den USA und Euroland sowie die Bemühungen um die Rekapitalisierung europäischer Banken. Investoren fassen wieder Mut und engagieren sich am Kapitalmarkt. Als Reaktion auf die gestiegene Risikobereitschaft gaben die Anleihekurse nach und die Kapitalmarktrenditen stiegen. Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen, die als Orientierungsgröße für die Bauzinsen dienen, stiegen um mehr als 40 Basispunkte auf gut 2,2 Prozent. Folge: Der
Biallo-Index für zehnjähriges Baugeld, der sich aus über 150 Kreditangeboten errechnet, kletterte in den letzten Tagen von 3,2 auf 3,25 Prozent.
Immobilienkäufer sollten aber nicht in Hektik verfallen. Trotz Zinserhöhungen bewegen sich die Bauzinsen noch immer auf historisch niedrigem Niveau. Zahlreiche Anbieter offerieren zehnjährige Standarddarlehen weiterhin für weniger als drei Prozent Nominalzins, beispielsweise die Kreditvermittler
DTW,
Accedo und
Hypothekendiscount, ebenso die PSD Banken Nürnberg und
Rhein-Neckar-Saar sowie die
Sparkasse Mülheim an der Ruhr. Auch die Hypovereinsbank und die Europa Versicherung verwöhnen ihre Kunden mit Minizinsen unter der Drei-Prozent-Marke. Zehnjährige Baudarlehen über 100.000 Euro sind bei diesen Instituten für weniger als 330 Euro im Monat zu haben.