Dieses neue, laut ZKA „einfache und direkte Kundenentgelt“ wird zur Folge haben, dass künftig auf das Interbankenentgelt verzichtet werden soll.
Dennoch hat man es im ZKA nicht geschafft, eine einheitliche Gebührenlösung für Geldabhebungen zu finden. Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken mit ihren rund 43.000 Geldautomaten bundesweit sind gegen eine gedeckelte Höchstgebühr für die Geldautomatennutzung durch Fremdkunden. Zwar bewegen sich die tatsächlichen Kosten je Abhebung lediglich zwischen 60 und 80 Cent, bei den Sparkassen waren es nach unseren Recherchen im Jahr 2009 64 Cent. Dennoch behalten sich die großen Verbünde mit dieser Haltung vor, deutlich mehr Geld von Geldautomatennutzern unliebsamer Wettbewerber zu kassieren.
Deshalb sind die im Bundesverband der deutschen Banken (BdB) organisierten Institute jetzt vorangegangen und haben eine
Obergrenze für Abhebungen an ihren Automaten von 1,95 Euro festegelegt. Das bedeutet, auch Sparkassenkunden, die bei einem Deutsche-Bank-Automaten Geld ziehen, zahlen dafür maximal 1,95 Euro.
Momentan geht der BdB von im Schnitt sechs Euro Gebühren für Fremdabhebungen aus.
Seine zaghaften Hoffnung, auch Sparkassen und Volksbanken mögen ein Einsehen haben, bringt der BdB mit der Formulierung zum Ausdruck, „die von den privaten Banken getroffene kundenfreundliche Vereinbarung steht jeder Sparkasse und Volksbank zur Teilnahme offen.“ Wie viele davon tatsächlich Gebrauch machen werden, bleibt abzuwarten. Es dürften sehr wenige sein, denn der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat die Geldautomaten mit dem großen „S“ vor einigen Jahren ja als eine der wichtigsten Waffen gegen den aufkommenden Wettbewerb entdeckt.
Vielleicht sollte so manche Sparkasse mal über kundenfreundlichere Kosten nachdenken. Von den 128 auf biallo.de gelisteten Sparkassen-Girokonten, wiesen nur zwei einen Dispozins unter zehn Prozent aus. Es gibt jedoch auch erfreuliche Ausnahmen - Sparkassen, die beispielsweise auf Kontogebühren verzichten. Voraussetzung: Man muss einfach mal nachfragen.
Dass Abschottung eigener Automaten allein ein wirksames Mittel ist, die Abwanderung zu kostengünstigeren Instituten zu stoppen, ist also fraglich. Denn unzeitgemäße Kontoführungsgebühren, zweistellige Dispozinsen sowie Sparzinsen im Promillebereich, sind die entscheidenden Schwachpunkte vieler Sparkassen, die geeignet sind, den Vorteil eines dichten (und abgeschotteten) Geldautomatennetzes mehr als auszugleichen.