Der Streit geht in die entscheidende Runde: Weil mehrere Sparkassen im letzten Jahr ihre Automaten für Direktbankkunden komplett gesperrt hatten, zogen
ING-Diba, Citibank, Santander Consumer Bank und
Volkswagenbank vor Gericht. Zwar zeichnet sich eine Tendenz zugunsten der klagenden Banken ab; eine endgütige Entscheidung steht aber noch aus. Auch dass clevere Konten von Landesbank-Töchtern wie
Netbank und
DKB den Kunden weltweit gebührenfrei Zugang zu Bargeld verschaffen, ist den öffentlich-rechtlichen Schwesterinstituten mit ihrem dichten Filialnetz ein Dorn im Auge.
Die Abhängigkeit vieler Direktbanken vom Automatennetz anderer Geldinstitute könnte aber bald abnehmen. Denn aktuell testen einige Banken die Bargeld-Versorgung an hoch frequentierten öffentlichen Zulaufstellen – vor allem in ländlichen Regionen. Die
Postbank etwa (Mitglied in der cashgroup mit über 7000 Automaten) bietet ihren Kunden diesen Service derzeit an allen Shell-Tankstellen in der Region Hamburg. Auch ohne tanken oder etwas einkaufen zu müssen, können Postbank-Kunden am sogenannten „Bedienten Geldautomaten“ mit Bankkarte und PIN-Nummer Bargeld bis zu 1.000 Euro pro Tag abholen.