ZKA verteidigt Zinshöhe
Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) reagierte auf die Finanztest-Umfrage mit dem Hinweis, dass sich die „Flexibilität von Dispositionskrediten auch in den Zinsen“ widerspiegele. Der laufende Aufwand für „Vorhaltung und Überwachung“ sei höher als bei anderen Privatkrediten. Zudem schlage das hohe Ausfallrisiko zu Buche. Folglich hält der ZKA – in ihm sind die Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft vertreten – auch zweistellige Zinssätze offenbar für angemessen. Der ZKA wartet allerdings mit anderen Zahlen als Finanztest und biallo.de auf: Laut Deutscher Bundesbank lagen die Dispozinsen bei durchschnittlich 9,90 Prozent im November 2010. Als weitere Rechtfertigung für die hohen Dispozinsen wird angeführt: Solche Überziehungen seien „nur als Überbrückung für kurze Zeit gedacht“. Die Realität indes sieht, wie Schuldnerberater zu berichten wissen, allerdings anders aus.
Aber auch auf die Frage, ob die Bundesregierung eine Begrenzung der Gewinnmarge zwischen Überziehungs- und Refinanzierungszins der Banken plane, zeigt sich die Bundesregierung strikt: Auch dies sei nicht geplant, da die Rechtsprechung hier ausreichend sei.
Tipp: Nehmen Sie die aktuelle Diskussion um die Dispozinsen zum Anlass, den gültigen Dispozins bei Ihrer Bank oder Sparkasse zu überprüfen. Liegt er über neun Prozent und sind Sie dauerhaft mit Ihrem Konto im Minus – schichten Sie um auf einen
zinsgünstigen Verbraucherkredit. Bei kurzzeitigen Überziehungen gilt: Wechseln Sie zu einem Anbieter, der vernünftige und verbraucherfreundliche Zinsen zu bieten im Stande ist. Dazu zählen die Deutsche Skatbank (6,00 Prozent Dispo), die
DKB (7,90 Prozent),
SKG-Bank (7,90 Prozent),
PSD-Bank Hessen (8,25 Prozent) und ING-Diba (9,0 Prozent). Allerdings sollte man die Wahl des Kontos auch an den sonstigen Gebühren ausrichten, die man in unserem
Girokontenrechner ermitteln kann.