Vor großen Problemen stehen vor allem Bankkunden, die derzeit im Ausland sind oder eine Auslandsreise vor sich haben. Tipp: Reisende sollten im Fall des Falles mit ihrem Kreditinstitut umgehend Kontakt aufnehmen. Barauszahlungen sind mit Kreditkarten am Schalter einer Bank im Ausland gegen Unterschrift und Vorlage eines Ausweises möglich. Kunden, die eine Auslandsreise planen, sollten sich noch in Deutschland mit Bargeld und eventuell mit Reiseschecks von ihrer Hausbank versorgen.
Pannen häufen sich
Nach einem möglichen Sicherheitsleck bei Kreditkarten im Spätherbst 2009, das zu einer großen Austauschaktion bei vielen Banken geführt hatte, ist die Fehlfunktion von EC- und Kreditkarten nun innerhalb kurzer Zeit die nächste gravierende Panne für die deutsche Bankenbranche. Neben dem Imageschaden droht auch eine finanzielle Belastung für die Institute. Denn möglicherweise müssen die von der Fehlprogrammierung betroffenen insgesamt rund 30 Millionen Karten ausgetauscht werden.
Derweil kritisierte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) die Banken und Sparkassen wegen der anhaltenden Probleme mit den Zahlungskarten. „Die Verantwortlichen müssen mehr Sorgfalt an den Tag legen, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Bank- und Kreditkarten zu gewährleisten“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Aigner verlangte von den Banken, „unverzüglich dafür zu sorgen, dass Kredit- und Bankkarten wieder einwandfrei funktionieren oder ausgetauscht werden“. Schließlich zahlten die Verbraucher für diesen Service.
Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen forderte die Banken auf, ihren Kunden entgegen zu kommen. „Bis die Panne behoben ist, sollten Banken bei betroffenen Verbrauchern keinerlei Gebühren für das Abheben am Schalter oder an Geldautomaten fremder Geldinstitute in Rechnung stellen. Auch die Grundgebühr für die Karten sollte in diesem Monat wegfallen“, sagte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.