
Der Betrug mit Konto- und Kreditkarten hat europaweit zugenommen
Europaweit hat der Betrug mit Konto- und Kreditkarten stark zugenommen. Nach Unregelmäßigkeiten bei einem spanischen Dienstleister für Kreditkarten-Unternehmen, steht die deutsche Kreditwirtschaft vor der größten Austauschaktion ihrer Geschichte. Wie sich Verbraucher vor Kartenmissbrauch schützen können.
Barclays, die Karstadt-Quelle-Bank, DKB, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken – die Liste derjenigen Banken, die nach einem Datenleck in Spanien die Kreditkarten ihrer Kunden austauschen, wird immer länger. Allein die Letztgenannten haben 60.000 Plastikkärtchen ersetzt. Die Postbank kündigt den Austausch von 37.000 Karten an. Bei den Sparkassen sollen sogar 190.000 Kunden betroffen sein.
Hintergrund: Bei einem spanischen Dienstleister, der für Kreditkarten-Unternehmen den technischen Service abwickelt, soll es eine Datenpanne gegeben haben. Urlauber, die in Spanien mit ihrer Kreditkarte gezahlt haben, können betroffen sein – müssen aber nicht, denn auch in Spanien wurden nicht alle Zahlungen über dasselbe Unternehmen abgewickelt. Insgesamt haben die Kreditkartenorganisationen Mastercard und Visa 24,7 Millionen Karten in Deutschland ausgegeben.
Zahl der Betroffenen kann weiter steigen
Informationen dazu, wie viele davon insgesamt ausgetauscht werden müssen, gibt es bislang nicht. Visa habe bereits vor einigen Wochen Warnhinweise herausgegeben – daraufhin müssten die Banken entscheiden, ob und in welchem Umfang sie Karten austauschen, so ein Sprecher der Kreditkartenorganisation gegenüber biallo.de. Auf wie viele Karten sich diese Warnhinweise beziehen, konnte er nicht sagen. Bei jährlich fast zehn Millionen deutschen Urlaubern in Spanien könnten aber noch weitaus mehr Kreditkartenbesitzer betroffen sein, als bislang bekannt wurde.
Auch die genaue Zahl der Schadensfällen ist nicht bekannt. „Die Maßnahmen der deutschen Kreditwirtschaft sind vorwiegend präventiv und dienen dazu, einem eventuellen Missbrauch der Daten entgegen zu wirken“, meldet der Zentrale Kreditausschuss (ZKA). Missbräuchliche Transaktionen habe es im geringen Umfang gegeben, sagt ZKA-Sprecher Steffen Steudel. Und man gehe davon aus, dass es bei diesem Stand bleiben werde.