
Neues Schadprogramm versucht Daten von Online-Banking-Nutzern auszuspionieren
Richtige Webseite der Bank, aber gefälschte Aufforderung zur Dateneingabe: Das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnen aktuell vor neuer Schadsoftware.
Dass Betrüger durch gefälschte E-Mails versuchen, Bankdaten abzugreifen, ist zwar vielen bekannt, dennoch fallen Internetnutzer noch immer darauf herein. Für 2009 wurden dem BKA 2.923 Fälle von Phishing – also illegalem Erlangen von Kundendaten, um Konten zu belasten - beim Online-Banking gemeldet. Das ist zwar eine überschaubare Fallzahl, aber ein Anstieg von über 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Nun treibt eine neue Variante eines Trojanischen Pferds, also einer Software, die sich auf dem heimischen PC einschleicht, sein Unwesen. Einfangen kann sich der Kunde das Schadprogramm beim ganz normalen Surfen im Internet, manche Webseiten sind mit dem Schadcode infiziert worden.
Richtige Internetseite mit manipuliertem Inhalt
Meldet er sich dann in seinem Kreditkarten- oder Bankenportal an, wird zwar die richtige Internetseite angezeigt – allerdings mit manipulierten Inhalten. Abgesehen haben es die Ganoven auf Kreditkartendaten und TAN. Beispielsweise durch folgenden - mit orthografischen Schwächen gespickten - Text fordern sie zur Dateneingabe auf:
„Die XY Portal passt sich den hohen Kundenansprüchen an. Wir bleiben immer auf dem neusten Stand mit Sicherheitsvorschriften um unseren Kunden mehr Sicherheiten zu bieten.
Unser Sicherheitsabteilung erfand ein neues Sicherheitssystem, die Angriffe von Dritten verhindert um Betrugsfälle. Diese Sicherheitssystem muss von allen Online-Banking-Kunden genutzt werden.
Wir empfehlen Ihre Daten zu Angleichung anzugeben. Sollte die Anmeldung in 48 Stunden nicht erfolgen, so wird Ihre Karte vorübergehend gesperrt, bis zu Ende der Anmeldevorgang.“ (Quelle: Bundeskriminalamt)
Sprachliche Mängel und Schreibfehler in solchen Mitteilungen - und auch in Mails gleicher Zielsetzung - sind erste und offenkundige Anhaltspunkte, dass etwas nicht stimmt. Die Schadsoftware leitet die erlangten Daten an die Betrüger weiter, die sie selbst zum Missbrauch nutzen oder weiterverkaufen.
Im Zweifelsfall Bank kontaktieren
Online-Banking-Nutzer sollten also mit einer ordentlichen Portion Skepsis reagieren, wenn sie Auffälligkeiten entdecken und sich ihre Bankgeschäfte nicht wie gewohnt abwickeln lassen. Im Zweifelsfall sollte man sich sofort an seine Bank wenden.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt das BKA, stets ein aktuelles Virenschutzprogramm sowie eine Firewall zu nutzen und Sicherungsupdates auszuführen.