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Privater Gebrauchtwagenkauf

Wie bezahlt man am sichersten?

31.07.2008 08:00
Von Sabina Fischer
Gebrauchtwagenkauf Autokauf Autofinanzierung Verbraucherportal Biallo.de
Nach langer Suche hat man sein gebrauchtes „Traumauto“ gefunden. Jetzt soll es wenigstens schnell gehen mit der Bezahlung. Doch wie funktioniert das am sichersten? Soll man das Geld überweisen, in bar zahlen oder Bargeld transferieren? Empfiehlt sich eine bestätigte Überweisung, die Nutzung eines Treuhandservice oder gar ein bestätigter Bundesbankscheck? Die wichtigsten Zahlweisen im Überblick:

Überweisung


Bequem und beliebt ist die Überweisung vor der Übergabe des Fahrzeugs. Hier besteht die Gefahr, dass der Käufer auf seine Überweisung hin kein Fahrzeug erhält oder vor der Übergabe das Auto beschädigt wird. Und auf eine Überweisung nach der Fahrzeugübergabe wird sich kaum ein Verkäufer einlassen. Überweisungen sind also nicht zu empfehlen.

Bargeldtransfer

Gerade bei Online-Käufen, bei denen sich das Fahrzeug weit entfernt vom Wohnort des Käufers findet, ist ein Bargeldtransfer nicht unüblich. Er führt aber immer wieder zu Betrugsfällen. Selbst Western Union, einer der führenden Anbieter von Bargeldtransfers, warnt auf seiner Internetseite „niemals Geld an Fremde zu verschicken“. Auch wenn Sicherheiten wie der Fahrzeugschein geboten werden, sollte man sich nicht auf diese Zahlungsweise einlassen. Denn solche Dokumente sind leicht zu fälschen – erst recht, wenn sie lediglich per E-Mail als Nachweis übersandt werden.

Barzahlung
 
Ideal ist die zeitgleiche Übergabe von Fahrzeug und Geld. Aber: Wer mit einer größeren Summe Bargeld nicht Opfer eines Überfalls werden will, sollte nicht alleine zum Treffpunkt reisen oder sich auf einen einsamen Übergabeort verständigen. „Sind sich beide Partner bei der Übergabe handelseinig geworden, so sollten sie gemeinsam in eine Bankfiliale in der Nähe gehen und das Geld vom Girokonto abheben“, sagt Ralf Palm, von der Postbank. So kann dem Käufer sein Geld nicht vor der Fahrzeugübergabe gestohlen werden. Und der Verkäufer hat die Gewissheit, dass er kein Falschgeld untergeschoben bekommt. Bei Barzahlung muss man jedoch rechtzeitig die Summe bei der Bank vorbestellen. Schwierig kann sich dies gestalten, wenn die Fahrzeugübergabe am Wohnort des Verkäufers fernab der Hausbank des Käufers stattfindet. Zudem sind beide Handelspartner abhängig von den Öffnungszeiten der Bank. Eine Übergabe nach Feierabend oder am Wochenende ist somit nicht möglich.
 
Bestätigte Überweisung bei Fahrzeugübergabe
 
Ist der Autokäufer Kunde einer Direktbank, scheidet die Geldübergabe in der Bank ohnehin aus. Deshalb bietet Cortal Consors an, bei der Fahrzeugübergabe die Überweisung des Kaufpreises telefonisch in Auftrag zu geben. Per Fax bestätigt die Bank dem Verkäufer, dass das Geld tatsächlich unterwegs ist. Fraglich ist jedoch, ob sich der Verkäufer auf diese Zahlungsweise einlässt, denn auch das Fax einer Bank lässt sich fälschen.

Treuhandservice

Dirk Althoff von Cortal Consors rät, den Treuhandservice Iloxx zu nutzen, mit dem auch Ebay zusammenarbeitet. Der Käufer überweist den Kaufpreis auf das Iloxx-Treuhandkonto. Der Verkäufer wird daraufhin über den Zahlungseingang informiert und erhält sein Geld, sobald der Käufer bestätigt, dass er das Auto in einwandfreiem Zustand erhalten hat. Aber Vorsicht: Mit gefälschten E-Mails, die angeblich im Namen von Iloxx oder anderen angeblichen Treuhandanbietern versandt wurden, haben auch hier schon Betrüger versucht, Käufer und Verkäufer hinters Licht zu führen.

Bestätigte Bundesbankschecks
 
Wirklich sicher sind bestätigte Bundesbankschecks, die auch von mancher Direktbank wie der ING-DiBa oder der Augsburger Aktienbank ausgestellt werden. Nachteil: Sie sind nicht ganz billig. So berechnet die Sparkasse Bodensee hierfür pauschal 30 Euro, bei der Deutschen Bank sind 48,10 Euro fällig (15 Euro Bundesbank-Gebühren, 33,10 Euro eigene Gebühren). Bei der ING-Diba gibt es den Scheck für 15 Euro. Hier erhalten ihn Kunden per Post als Einschreiben mit Unterschrift. Bei Bundesbankschecks wird der Betrag direkt vom Konto abgebucht und auf einem Zwischenkonto der Bundesbank bereitgestellt. Anders als bei Verrechnungsschecks hat der Empfänger so die Sicherheit, dass der Scheck gedeckt ist. Wie Bargeld überreicht der Käufer den Bundesbankscheck direkt bei der Fahrzeugübergabe. Binnen acht Kalendertagen kann der Empfänger ihn einlösen. Bei Nichteinlösen wird der Betrag 15 Tage nach Ausstellung automatisch wieder auf dem Konto des Ausstellers gutgeschrieben. „Bei Diebstahl gilt für den Scheck das Gleiche wie für ‚normale’ Schecks – er muss umgehend bei der ausgebenden Bank gesperrt werden“, so Hans-Joachim Gerlach von der Sparkasse Bodensee.
 
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