„Bonitätsunabhängig“ nennen etliche Banken ihre Konditionen. Und tatsächlich: Bei
Norisbank,
DKB oder
ING-Diba bekommen alle Kunden den gleichen Zinssatz fürs geliehene Geld – beim aktuellen Top-Anbieter Norisbank gibt es beispielsweise 10.000 Euro über 36 Monate für 5,30 Prozent Effektivzins. Allerdings hängt die Frage, ob ihr Antrag überhaupt durchkommt, von der Kreditwürdigkeit ab. „Bonität vorausgesetzt“ bedeutet in diesen Fällen: hopp oder topp, günstiger Kredit oder gar keiner.
Bei schlechten Noten höherer Zins
Andere Banken sind gegebenenfalls großzügiger bei der Vergabe, spreizen die Konditionen aber „risikoadjustiert“. Im Klartext: Leute mit schlechterer Bonität zahlen deutlich höhere Zinsen. Beispiel SWK Bank: Die Kreditspezialisten aus Bingen am Rhein vergeben einen 10.000-Euro-Kredit für 36 Monate schon ab günstigen 4,85 Prozent. Doch wer bei bestimmten Kriterien keine Top-Noten vorweisen kann, muss mehr zahlen: In der Spitze bis zu 8,25 Prozent. Der rechnerische Durchschnitt liegt also bei 6,55 Prozent.
„Die meisten unserer Kunden erhalten aber bessere Konditionen als den Mittelwert“, sagt SWK-Marketing- und Vertriebsleiter Ulf Meyer. Außerdem erfolgt die Bonitätsprüfung anonym, und der Kunde kann vorher übers Internet checken, für welche Summe er gut ist. Ohnehin gibt Kreditexperte Meyer für den Privatkundenbereich vorläufig Entwarnung: „Unser Geschäft läuft ganz normal.“ Weil sich die Refinanzierungsstruktur verbessert hat und sie auch nicht mit mehr Kreditausfällen rechnet, hat die SWK Bank erst kürzlich ihre Zinsen gesenkt.