Langsam wird die Lage kritisch: Nach Angaben der Deutschen Bundesbank ist das Kreditvolumen im dritten Quartal erstmals seit Beginn der Finanzkrise zurückgegangen. Davon sind besonders Unternehmen betroffen. Die Kreditklemme war sogar großes Thema beim Konjunkturgipfel mit der Bundeskanzlerin. Deutsche-Bank-Chef Ackermann schlug einen Eigenkapitalfonds für den Mittelstand vor, die Commerzbank versprach einen Extra-Topf für Mittelständler. Doch ob und wann die Maßnahmen greifen, ist unklar.
„Kaum ein Kreditvertrag wird ohne große Veränderungen in die nächste Runde gehen“, sagt Ana-Cristina Grohnert, Partner bei der Unternehmensberatung Ernst & Young. Die Mehrheit der Unternehmen rechne mit kürzeren Laufzeiten, höheren Nebenkosten sowie Kündigungen von Krediten und Kreditlinien.
Bonität ist Trumpf
„Es wird schwieriger und teurer, Kredite von den Banken zu bekommen“, heißt es bei Ernst & Young. Das könnte zunehmend auch private Kunden treffen. Deshalb ist die Kreditwürdigkeit wichtiger als in normalen Zeiten. Zur Ermittlung der Bonität wird typischerweise ein „Scoring" durchgeführt. Bei diesem mathematisch-statistischen Verfahren wird prognostiziert, ob der Kunde seine Raten pünktlich zurückzahlt. Dazu können Angaben zur Zahl der Kreditkarten oder nicht gezahlter Rechnungen gehören. Abgefragt werden solche Informationen bei Unternehmen wie Schufa oder Creditreform.
Zwar können Verbraucher kontrollieren, ob dort falsche Einträge gespeichert wurden. Wie stark die einzelnen Daten in die Bonitätsberechnung eingehen, erfahren Kunden allerdings nicht. Immerhin: Wer Rechnungen nicht erst nach der zweiten Mahnung, sondern fristgerecht begleicht, und etwa den eingeräumten Dispokredit nicht überzieht, kann versuchen, seine Bewertung zu verbessern.