Merkmale: Was Kleinverdiener beim bisherigen Kontomodell abschreckte, ist beiseite geräumt: Ab sofort bedarf es keines monatlichen Gehaltseingangs von 1.250 Euro mehr. Wer auf diesen Betrag nicht kam, zahlte bislang monatlich 4,90 Euro. Neu ist auch die „Zufriedenheitsgarantie“: Neukunden erhalten ein „Begrüßungsgeld“ von 50 Euro, wer nach einem Jahr kündigt, erhält weitere 50 Euro gutgeschrieben.
Schwächen: An das Willkommensgeld sind Bedingungen geknüpft. Man muss das Konto tatsächlich aktiv nutzen. Pro Monat werden fünf Transaktionen im Mindestwert von 25 Euro erwartet und – bei Kündigung – die Begründung, warum einem das Konto doch nicht so gut gefallen hat. Und auch die Gutschrift von einem Euro pro Monat, die der Bank seit März 2005 mehr als 300.000 neue Kunden einbrachte, gibt es beim neuen Konto nicht mehr, sondern nur noch für Stammkunden.
Stärken: Neben der Gebührenfreiheit sind die hohen Tagesgeldzinsen ein dicker Pluspunkt. Neukunden bekommen zur Zeit vier Prozent bis zum 31. August 2009 und einer Anlagesumme bis zu 10.000 Euro. Auch gut ist die Bargeldversorgung: Innerhalb Deutschlands kann man auf gut 7.000 Automaten der Cash-Group (Postbank, HVB, Deutsche, Dresdner und Commerzbank) zugreifen und diese mit der Maestro-Karte nutzen, im Ausland geht dies ohne Zusatzkosten mit der Visa-Karte. Positiv ist auch die Maestro- und Visakarte ohne Jahresgebühr für den Kontoinhaber und auch für den Partner, sofern man ihm eine Kontovollmacht einräumt – oder es gleich als Gemeinschaftskonto führt.
Wettbewerber: Commerzbank, Dresdner, Citibank, SEB usw. knüpfen die Gebührenfreiheit ihrer Konten an Bedingungen – nicht aber die härtesten Konkurrenten ING-Diba und
Deutsche Kreditbank (DKB). Bei der Bargeldversorgung sind lediglich DKB und Netbank besser. Sie ermöglichen weltweit gebührenfreie Versorgung an jedem Automaten, also auch hier in Deutschland.
Fazit: Die Comdirect bietet mit ihrem neuen Girokonto ein Angebot, das sich sehen lassen kann. Es ist in vielen Punkten besser als der Wettbewerb, allerdings nicht bei der Bargeldversorgung.