Eine Vollkaskoversicherung schützt Autofahrer gegen die finanziellen Folgen eines selbstverschuldeten Unfalls oder dann, wenn der Unfallverursacher sich nicht um den angerichteten Schaden kümmert und aus dem Staub macht. Allerdings ist die Vollkasko-Police relativ teuer. Deshalb führt Direktversicherer Direct Line jetzt eine neue, „Vollkasko Spar“ genannte Police ein, die sich an die Besitzer älterer Autos wendet. Ist der Zusatz „Spar“ berechtigt?
Merkmale: Die Police bietet den üblichen Vollkaskoschutz für selbstverschuldete Unfälle und Vandalismusschäden. Aber: Die Versicherung zahlt nur, wenn das Auto einen Totalschaden hat und der von der Versicherung beauftragte und gezahlte Gutachter dies festgestellt hat. Liegen die Reparaturkosten höher als der Wiederbeschaffungswert für ein vergleichbares Auto, zahlt die Versicherung. Einfache Blechschäden, die aber schnell vierstellige Beträge erreichen, sind nicht abgedeckt.
Stärken: Die Sparkasko ist preiswerter als eine „normale“ Vollkaskopolice des Anbieters. Auch Schäden durch grobe Fahrlässigkeit sind gedeckt. Die Deckungssumme (100 Millionen Euro Haftpflicht, acht Millionen Euro pro Person) ist ordentlich, Folgeschäden bei Marderbiss sind inklusive bis 1.000 Euro, Zubehör ist mitversichert bis 5.000 Euro, Tierkollisionen sind abgedeckt.
Schwächen: Die Ersparnis zu einer normalen Vollkasko bei Direct Line ist nicht groß: Ein VW Polo 1.2, in Berlin versichert von einer 30-jährigen Autofahrerin mit Schadenfreiheitsklasse 6 (65 Prozent), kostet 776,80 Euro im Jahr. Die herkömmliche Vollkasko ist 105 Euro teurer. Ähnlich auch der Preisunterschied für einen BMW 120d, zugelassen in München: Hier kostet das Spar-Angebot bei 50 Prozent Beitragssatz für einen Mann 752 Euro im Jahr, die vollwertige Kasko 859,20 Euro.
Wettbewerb: Der beschriebene Polo ließe sich bei Sparkassen Direktversicherung, DEVK oder DA Direkt für weniger als 700 Euro im Jahr versichern – mit vollwertigem Kaskoschutz. Beim BMW fällt der Vergleich anders aus, denn hier liegt das günstigste Angebot bei 795 Euro (DEVK). Für 40 Euro Prämienvorteil verzichtet man indes auf ein gutes Stück Versicherungsschutz.
Fazit: Lieber bei einer günstigeren Gesellschaft einen klassischen Vollkaskoschutz wählen. Damit er möglichst preiswert wird, im Zweifelsfall mit einer höheren Selbstbeteiligung.